Mitteldeutscher Marathon - Abwechslung pur!

Die Stimmung beim Mitteldeutschen Marathon war toll! Egal, ob an der Strecke, im Start- und Zielbereich, im Meldebüro am Hallenser Marktplatz, oder im Parkhaus: Alle waren gut drauf. 

Umso mehr musste ich mich kurz über den Moderator auf dem Marktplatz wundern, der sich nicht nur fast, sondern tatsächlich dafür entschuldigt hat, dass der Mitteldeutsche Marathon nicht der Berlin Marathon sei, keine Top-Läufer im Startfeld zu finden seien und auch Halle eben nicht Berlin ist. Mein Herz hat sich kurz zusammengezogen. Mich verbindet sowieso eine ganz spezielle Liebe mit Halle, ich habe hier studiert, meine große Liebe getroffen und ich finde die Stadt wird permanent unterschätzt. Also lieber Kommentator: Es gibt keinen Grund, sich für Halle und/oder den Mitteldeutschen Marathon als Veranstaltung zu entschuldigen, denn er war großartig!

 

Strecke

Abwechslung war wohl das Motto der Hallenser (der Händel Halbmarathon führte - anders als die Marathonstrecke tatsächlich "nur" durch das Hallenser Stadtgebiet) Strecke. Ich war schon ein bisschen angespannt, als es losging, weil mir Petrus für mein Halbmarathondebut als Mama wieder nicht mein Wunschwetter (9 Grad und Nieselregen) bescherte, sondern stattdessen ca. 23 Grad und Sonnenschein, was meine durchschnittliche Herzfrequenz etwa um 10 Schläge pro Minute erhöht. Als sich dann die ersten drei Kilometer über gefühlt alle Straßenbahnschienen erstreckte, die Halle so zu bieten hatte, war ich kurz genervt.

Nach der ersten Viertelstunde ungefähr zeigte uns die Laufstrecke dann aber wunderschöne Parkanlagen und Waldwege in direkter Umgebung der Innenstadt, Alleen, Wiesen und Radwege an der Saale. Es gab sämtliche Untergründe und Wegbreiten (vom schmalen Waldweg zur mehrspurigen Straße), Hinterhöfe, Einfamilienhaussiedlungen und Plattenbauten. Nur Regen gab es nicht, dafür tolles Herbstwetter und Bäume mit bunten Blättern. 

 

Versorgung

Nicht selbstverständlich war die außerordentlich gute Streckenversorgung, die durch und durch auf die Hitze abgestimmt war, obwohl der Termin des Laufes (Mitte Oktober!) eher kühleres Wetter vermuten ließ. Es gab nämlich - und das kenne ich sonst nur von Marathonveranstaltungen - auch an der Halbmarathonstrecke Schwämme und Eiswasser zur Erfrischung. Was es allerdings an einer Station gar nicht mehr gab, waren Getränke, denn die Becher waren alle. Ich kann mir nicht recht erklären, wie das passieren kann, aber es gab wenig später eine weitere Station mit Bechern und Getränken und außerdem kann überall mal was schiefgehen. Also Schwämme und Eiswasser haben arg zum Wohlbefinden beigetragen (um das nochmal zu wiederholen ;-)).

Ein besonderes Schmankerl waren auch die Pfannkuchen (oder Berliner oder wie man die sonst noch so in verschiedenen Regionen Deutschlands nennt) im Ziel, auch das gibt es nicht überall. Alle Pfannkuchen der Welt können jedoch eins nicht kompensieren, liebes Orga-Team: Das fehlende alkoholfreie Bier im Ziel. Ich schreibe das mit einem Augenzwinkern, denn die Qualität eines Laufes steht und fällt nicht mit alkoholfreiem Bier. Aber vielleicht fast. Wir jedenfalls haben es schmerzlich vermisst. 

Und jetzt wirbele ich zwar den Zeitablauf durcheinander, aber auch der Startbereich sei noch erwähnt: Die Startunterlagenausgabe hat ganz reibungslos funktioniert und auch an den Toiletten musste ich kaum anstehen UND: Die Schlange an der Damentoilette war kürzer als die an der Herrentoilette, ich wäre fast vom Glauben abgefallen.

Aber -  und das ist für Laufveranstaltungen sehr untypisch: Ich musste erst jemanden fragen, wo denn Toiletten sind. 

 

Lauferlebnis und Fazit

Der Zieleinlauf hat mir pure Gänsehaut beschert, denn über eine Strecke von mehreren hundert Metern standen die Zuschauer Spalier und haben geklatscht und gerufen und ich war auf einmal unfassbar stolz darauf, dass ich auch nach einer Schwangerschaft und Geburt zurück auf einer Halbmarathonstrecke und vor allem wieder im Ziel eines Halbmarathons angekommen war. Ich hülle den Mantel des Schweigens über meine Zielzeit, weil sie bei diesem Lauf so unwichtig war und ist. Für mich zählt, dass ich trotz des Wetters durchgehalten habe und als Belohnung auch noch eine der schönsten Medaillen meiner mittlerweile beträchtlichen Medaillensammlung um meinen Hals gebammelt bekam. Also Halle: Ihr braucht Euch nicht schämen, dass Ihr nicht Berlin seid, es war grandios! Im nächsten Jahr träume ich davon, die ganze Marathondistanz beim Mitteldeutschen Marathon zu laufen.