Run2beat.

Januar 2017. Unser Baby ist da und stellt unser Leben auf den Kopf. Dem gewohnten Tagesablauf nachzugehen wird schwierig. Meiner beinhaltete fast immer Sport. Mich gibt es aber nicht ohne Sport. Meinen Körper vielleicht, meine Seele aber nicht. Ohne Sport bin ich ein anderer Mensch. Unausgeglichen. Unfreundlich bestimmt auch. Deshalb habe ich als Schwangere im Rahmen der kleiner werdenden körperlichen Möglichkeiten weiter Sport gemacht und will nach der Geburt unseres Mädchens wieder richtig einsteigen. Vor allem in meinen geliebten Laufsport, den ich schon in der 26. SSW leider aufgeben musste. Wie mir das gelingt und was es für Fort- und Rückschritte gibt, teile ich hier.

10 Monate Baby - Jetzt wohnt es so lange bei uns, wie vorher in mir.

Was für Monate! Mein Herz ist ein wenig schwer heute, am 10-Monats-Geburtstag unseres Babys.

Jetzt ist sie schon genauso lange auf der Welt, wie sie vorher in mir gewohnt hat und dort gewachsen ist. Komisch irgendwie. Aus irgendeinem Grund fühlt sich das nach einem Abschied an, so als wäre die klassische Afterbaby-Phase jetzt offiziell beendet.

Den Weg zurück zum Sport bin ich jedenfalls noch nicht bis ans Ende gegangen. Zwar mache ich schon viel Sport, aber Sport und Baby zu vereinen, fühlt sich nach wie vor nach einer großen Aufgabe an. Bevor ich Mama war, habe ich einfach Sport gemacht. Bin laufen gegangen, ins Gym oder zum Schwimmen. Großartig darüber nachgedacht habe ich fast nie. Das ist jetzt anders. Jede Sporteinheit muss geplant werden und alle Planung wird manchmal vom Baby mit einem Schnipp mit den kleinen Fingern umgeworfen. 

Komischerweise ist gerade das aber nicht nur anstrengend, sondern auch aufregend und schön. Da ist dieser kleine Mensch, unschuldig und pur. Mich auf sie einzulassen, bedeutet gleichzeitig viele völlig überhöhte vermeintliche Hürden des Alltags loslassen zu müssen. Vor der Geburt unserer Tochter war ich ein Kontrollmensch und bin es noch. Das strengt mich oft an und ich merke es nicht mal richtig. Jetzt wird mir diese Kontrolle häufig abgenommen und es tut gut, sich darauf einzulassen.

 

"Mama, heute ist kein Tag für Sport. Ich will lieber kuscheln, denn es geht mir nicht gut. Wenn Du Sportsachen anziehst, werde ich mich beschweren. Wenn ich im Babyjogger sitzen muss, werde ich dicke Tränen weinen. Solange, bis ich hochgenommen und gekuschelt werde. Und die Welt würde ich gern weiter entdecken. Das eine Krümel, das Du nicht weggesaugt hast und die Pfützen bitte bei strömendem Regen."

Viel zu oft stellen wir Erwachsenen unsere Bedürfnisse zurück. Gehen laufen, obwohl es uns nicht ganz gut geht. Fassen etwas nicht an, weil es nass ist oder dreckig. Wir denken dabei, dass wir bestimmte Dinge tun müssen oder andersherum gerade nicht tun können oder dürfen. Kinder, besonders ganz kleine, die noch nicht wissen, was sich "gehört", was man so macht und was nicht, handeln instinktiv nach ihren Bedürfnissen. Das zu beobachten und dem nachzugeben, eröffnet mir die Welt ganz neu und gibt mir einen neuen Blick für alles. Wirklich alles.

 

Ohne Sport kann und will ich natürlich dennoch nicht sein. Dass ich schon wieder an Laufveranstaltungen teilgenommen habe, wisst Ihr längst. Mein neuester Spaß war der Fockeberglauf, meinen Bericht dazu könnt ihr hier nachlesen.

 

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7 Monate Baby - Prebabyweight versus Prebabyshape

7 Monate ist unsere Puppe jetzt schon alt, langsam geht die typische einem als Frau zugestandene "9 Monate kommt es, 9 Monate geht es" - Zeit zu Ende und immer öfter drehen sich Fragen und Gespräche um das Thema Prebabyweight.

Wer alsbald nach der Geburt in die Nähe seines Gewichtes vor der Schwangerschaft kommt und schnell wieder schlank ist, wird beglückwünscht. Für uns Mädels ist das schön, wer will schon lange seine Schwangerschaftspfunde mit sich herumtragen.

Tatsächlich ist die Wahrheit über den gelobten Gewichtsverlust eine andere. Stress spielt eine Rolle und Überforderung mit der neuen Situation. Viele Frauen vergessen zu essen, weil das kleine Menschlein rund um die Uhr Aufmerksamkeit einfordert und die Ruhephasen des Babys auch von uns Eltern oft zum Ausruhen, Abschalten oder schlicht zum Paarsein genutzt werden. Außerdem verbraucht eine Mama, die voll stillt in den ersten Monaten etwa 500kcal zusätzlich pro Tag. Hinzu kommen unzählige, oft kräftezehrende und teilweise auch freiwillig oder unfreiwillig lange Spaziergänge. An manchen Tagen bin ich über 20km mit Kinderwagen oder auch Teile davon mit der Babytrage gelaufen.

Die für mich größere Herausforderung ist es, meinen Fitnesszustand wiederherzustellen. Das erscheint mir schwieriger und auch wichtiger zu sein, als eine Zahl auf der Waage zu erreichen. Mein Gewicht war schon nach etwa 5 Monaten so, wie vor meiner Schwangerschaft. Mein Körperfettanteil jedoch ist weit davon entfernt. Und da Muskeln wesentlich schwerer sind als Fett, war ich in Wahrheit also "dicker" als vorher, trotz des gleichen oder sogar etwas geringeren Gewichts. Das ist jetzt - 7 Monate postpartum -  immer noch ähnlich.

Für mich, meine Gesundheit, mein Wohlbefinden und damit auch für mein Baby ist es entscheidender, dass meine Muskulatur wieder richtig stark wird, die kleine Maus rumwirbeln, hochheben und umhertragen kann, ohne muskuläre Probleme zu bekommen. Ob mein Gewicht dem vor der Schwangerschaft entspricht oder nicht, ist dabei zweitrangig.

Lasst Euch also nicht blenden oder gar einschüchtern von den Frauen, die trotz oder gerade wegen ihres kleinen Babys superschlank aussehen. Denkt an Euch und Eure Gesundheit, versucht fit zu sein und die oft in der Schwangerschaft verloren gegangene Kraft wieder aufzubauen. Euer Körper und euer Baby wird es Euch danken!

In diesem Sinne: Ich gehe jetzt mal zum Arzt, weil ich meinen Nacken und Rücken vor, während und nach der Schwangerschaft nicht genügend gekräftigt habe und jetzt durch die ungewohnten Haltungen mit Baby so arg verspannt bin, dass ich Schwindelanfälle habe. :-(

Habt's gut und passt auf Euch auf!! 

 

 

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Baby-Update Monate 5 und 6 - Ein Hello und ein Good-Bye

Wie die Zeit vergeht! Jemand (unser kleines Mädchen) wird in 8 Tagen schon 6 Monte alt. Und das ist gut so. Viele sagen, dass sie sich wünschen würden, das Baby bliebe immer klein. Uns geht es nicht so. Mit "uns" meine ich sowohl meinen Lieblingsmann und Papa des Babys, als auch mich und vor allem das Baby selbst.

Die kleine Motte genießt es noch mehr, als wir Eltern, unabhängiger zu sein und mehr zu können. Seit sie durch beständiges und anstrengendes Zappel- und Strampeltraining ein wenig Muskulatur aufgebaut hat, übt sie fleißig das Drehen und Hochziehen und erkämpft sich so neue Perspektiven. Im Kinderwagen liegen findet sie doof, weil sie von da aus kaum was sehen und schon gar nichts spannendes machen kann. 

Ich habe lange gehadert bzw. eher überlegt, ob ich mir einen Babyjogger zulegen soll und mich letztlich dafür entschieden. 

 

 

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Mein Weg zurück zum Sport - Monat 3 und 4 postpartum oder der geheimnisvolle Beckenboden

Nachdem ich ja in Woche vier nach der Geburt dachte, lauftechnisch loslegen zu können (und das auch gemacht habe) und mich in Monat zwei postpartum dann fast komplett ausgebremst habe, waren die letzten acht Wochen von einer großen Unsicherheit geprägt. Die bezog sich fast ausschließlich auf's Laufen. Alle anderen Sportarten, die ich so betreibe (vor allem Krafttraining, Schwimmen und Radfahren), wurden mir bald wieder erlaubt. Einzig über das Training der geraden Bauchmuskeln im Kraftsport gab es unterschiedliche Aussagen, aber spätestens seit wir im Rückbildungskurs entsprechende Übungen machen, sind meine Sorgen darüber verflogen. 

 

Ganz verwirrend sind aber alle verfügbaren Infos über den Wiedereinstieg in den Laufsport nach einer Geburt. Diese Verwirrung betrifft sowohl die Aussagen "echter" Menschen, also meiner Ärztin, Physiotherapeutin, Hebamme und Trainerin im Studio, als auch die im Internet verfügbaren. Ich war (und bin) hin- und hergerissen zwischen der Vernunft in Gestalt des Engelchens auf meiner einen Schulter und des Teufelchens in Laufsachen auf der anderen.

In Monat drei bin ich vor lauter Unsicherheit fast gar nicht laufen gewesen. Dann habe ich von allen Aussagen, die ich so gefunden habe, die meiner Physiotherapeutin umgesetzt: Sie hat mir geraten, das Lauftraining mit langsamen und vor allem in Intervalle gegliederten Einheiten, zu beginnen und dabei den Beckenboden anzuspannen. Die Intervalle sollten dabei jeweils nicht länger als 3 bis 5 Min. sein. Ich entschied mich für 500m-Intervalle, für die ich - wenn ich ganz langsam laufe - dreieinhalb Minuten benötige. Je nach Tagesform habe ich davon sechs bis acht absolviert, sodass ich am Ende drei bis vier Kilometer im wahrsten Sinne auf der Uhr hatte. (Alles unter drei km fühlt sich für mich irgendwie nicht nach einem echten Lauf an.)

Das hat mir geholfen meine Laufsehnsucht etwas zu stillen.

Heute - pünktlich zu Beginn des fünften Monats meines Lebens als Mama - hat meine Frauenärztin auf einmal das Laufen wieder vollständig erlaubt. Ohne Einschränkungen. Nach dem Termin musste ich direkt loslaufen. 6km ohne Pause (nur eine kurze an einer Ampel). War das schön! Heute hatte das Teufelchen die Zügel fest in der Hand.

Künftig werde ich aber solche für mich aktuell schon "längeren" Läufe auch noch weiterhin mit den langsamen Intervallläufen abwechseln.

Better safe than sorry.

 

 

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ACHT WOCHEN BABY UND MEIN WEG ZURÜCK ZUM SPORT - TEIL 2

Zu viel zu schnell zu wollen ist eine meiner Schwächen. In der Schwangerschaft konnte ich mich gut zusammenreißen, denn jede sportliche Übertreibung hätte das Baby gefährdet. Zusammenreißen ist sogar das falsche Wort, denn ich hatte während meiner Schwangerschaft nicht mal diesen Drang schneller oder weiter laufen oder häufiger trainieren zu wollen. Wäre schon gewesen, wenn ich mir diese neu erlernte Fähigkeit bewahrt hätte. Habe ich nicht.

Nach Rücksprache mit meiner Hebamme habe ich das Lauftraining 3 Wochen und 3 Tage postpartum wieder aufgenommen (siehe mein letzter Post in dieser Rubrik). Leider bin ich von Anfang an zu schnell gelaufen, habe zu wenige Pausen gemacht und habe die Umfänge zu schnell gesteigert. Grund dafür, dass mir sowas immer wieder passiert ist, dass mir mein Training gar nicht so umfangreich vorkam. Schnell war ich sowieso nie wirklich. Und die 2,5km die ich beim ersten Mal nach der Geburt gelaufen bin, sind ja auch quasi nichts. Und weil 2,5km laufen auch nur eine Viertelstunde dauert, habe ich das dann einfach aller zwei Tage gemacht. Das war zu oft, wie sich herausgestellt hat, denn mein nach der Geburt schon wieder recht fester Beckenboden war direkt wieder weicher geworden. 

Seit dem habe ich das Lauftraining erstmal eingestellt und das Beckenbodentraining intensiviert. Neben einem gezielten Beckenbodenprogramm zu Hause, bin ich zum ersten Mal wieder Schwimmen gewesen und war im Gym. In meinem Studio wird nämlich Kinderbetreuung für Babies ab 6 Wochen ohne Aufpreis angeboten!! Ein für mich unbezahlbarer Bestandteil der Mitgliedschaft. Gestern habe ich dort mit einer auf postpartales Training spezialisierten Trainerin gesprochen und mich nochmal beraten lassen. Sie hat mir einen kleinen, langsamen und kurzen Lauf pro Woche empfohlen. Das Lauftraining ganz aussetzen müsse ich wohl nicht mehr. Da ich neue Laufschuhe habe, die auf der Straße ausprobiert werden wollen, werde ich heute mal einen kleinen Lauf wagen. Klein, langsam und kurz. Sollte sich der aber wieder negativ auf meinen Beckenboden auswirken, werde ich weiter aussetzen. Versprochen!

Ansonsten fokussiere ich mich erstmal auf den Wiederaufbau meiner Muskulatur. Da ist in der Schwangerschaft ganz schön was verloren gegangen. Vor allem Rücken und Arme haben gelitten. Ich habe das Gefühl mein Bizeps und Trizeps sind nicht mehr vorhanden. Ein weiterer Bestandteil ist das Stabitraining. Meine rectus diastase (der schwangerschaftsbedingte Spalt zwischen den Strängen der geraden Bauchmuskulatur) ist zwar verschwunden, trotzdem meide ich Crunches usw. noch ein wenig und trainiere schwerpunktmäßig die seitliche und schräge Bauchmuskulatur.

Ich bin fest entschlossen, mein Zu - schnell - zu - viel - Wollen einzuschränken und mich zu bessern. Trotzdem pocht mein Läuferherz laut in mir. Gestern habe ich Freistartplätze für den Sportscheck Stadtlauf in Leipzig und Dresden zugeschickt bekommen. Ich hoffe hoffe hoffe, dass ich dann wieder so viel laufen darf, dass ich teilnehmen kann. Aber: Beckenboden first!!

 

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