Run2beat.

10 Monate Baby - Jetzt wohnt es so lange bei uns, wie vorher in mir.

Was für Monate! Mein Herz ist ein wenig schwer heute, am 10-Monats-Geburtstag unseres Babys.

Jetzt ist sie schon genauso lange auf der Welt, wie sie vorher in mir gewohnt hat und dort gewachsen ist. Komisch irgendwie. Aus irgendeinem Grund fühlt sich das nach einem Abschied an, so als wäre die klassische Afterbaby-Phase jetzt offiziell beendet.

Den Weg zurück zum Sport bin ich jedenfalls noch nicht bis ans Ende gegangen. Zwar mache ich schon viel Sport, aber Sport und Baby zu vereinen, fühlt sich nach wie vor nach einer großen Aufgabe an. Bevor ich Mama war, habe ich einfach Sport gemacht. Bin laufen gegangen, ins Gym oder zum Schwimmen. Großartig darüber nachgedacht habe ich fast nie. Das ist jetzt anders. Jede Sporteinheit muss geplant werden und alle Planung wird manchmal vom Baby mit einem Schnipp mit den kleinen Fingern umgeworfen. 

Komischerweise ist gerade das aber nicht nur anstrengend, sondern auch aufregend und schön. Da ist dieser kleine Mensch, unschuldig und pur. Mich auf sie einzulassen, bedeutet gleichzeitig viele völlig überhöhte vermeintliche Hürden des Alltags loslassen zu müssen. Vor der Geburt unserer Tochter war ich ein Kontrollmensch und bin es noch. Das strengt mich oft an und ich merke es nicht mal richtig. Jetzt wird mir diese Kontrolle häufig abgenommen und es tut gut, sich darauf einzulassen.

 

"Mama, heute ist kein Tag für Sport. Ich will lieber kuscheln, denn es geht mir nicht gut. Wenn Du Sportsachen anziehst, werde ich mich beschweren. Wenn ich im Babyjogger sitzen muss, werde ich dicke Tränen weinen. Solange, bis ich hochgenommen und gekuschelt werde. Und die Welt würde ich gern weiter entdecken. Das eine Krümel, das Du nicht weggesaugt hast und die Pfützen bitte bei strömendem Regen."

Viel zu oft stellen wir Erwachsenen unsere Bedürfnisse zurück. Gehen laufen, obwohl es uns nicht ganz gut geht. Fassen etwas nicht an, weil es nass ist oder dreckig. Wir denken dabei, dass wir bestimmte Dinge tun müssen oder andersherum gerade nicht tun können oder dürfen. Kinder, besonders ganz kleine, die noch nicht wissen, was sich "gehört", was man so macht und was nicht, handeln instinktiv nach ihren Bedürfnissen. Das zu beobachten und dem nachzugeben, eröffnet mir die Welt ganz neu und gibt mir einen neuen Blick für alles. Wirklich alles.

 

Ohne Sport kann und will ich natürlich dennoch nicht sein. Dass ich schon wieder an Laufveranstaltungen teilgenommen habe, wisst Ihr längst. Mein neuester Spaß war der Fockeberglauf, meinen Bericht dazu könnt ihr hier nachlesen.

 

Im Sommer schon habe ich zusätzlich zu gelegentlichen Lauftrainings angefangen, bei Laufmamalauf zu trainieren. Es handelt sich dabei um ein großartiges Outdoortraining für Mamis mit Baby (es gibt auch Schwangerenkurse und solche für Mamis, deren Babies schon größer sind). Seit Ende Oktober bin ich selber dort Trainerin und liebe es!

Hier ist mal ein Link, Laufmamalauf gibt es deutschlandweit in vielen Städten. Ich liebe es! Es geht dabei nicht nur um Sport, sondern auch um Austausch.  Alle Laufmamas (Trainerinnen, Teilnehmerinnen sowieso und die Mädels "hinter den Kulissen", die ich während meiner  Weiterbildung zur prä- und postnatalen Fitnesstrainerin in Berlin kennengelernt habe) sind voller Herz, Verständnis und Zusammenhalt.

 

Schon meine ersten Stunden als Trainerin eines Kurses für Neumamis hat mir aber gezeigt, dass ein Afterbabybody nicht nur einer ist, der möglichst aussieht, wie vor der Geburt (da sind die meisten erstaunlich wenig streng zu sich und das ist gut so!). Viel mehr leiden viele Teilnehmerinnen, aber auch Trainerinnen unter den nicht sofort sichtbaren Folgen ihrer Schwangerschaft(en). 

1) Der Beckenboden. So ein Mist mit dem Beckenboden. Ich habe ja auch mein liebes Leid damit gehabt und Euch berichtet. Zum Glück geht es bei mir jetzt wieder. Ich bleibe aber dran, trainiere oft und bin - insbesondere nach meinem verfrühten und für den Beckenboden schlechten - Einstieg ins Lauftraining, sehr vorsichtig damit. Und sensibel. Sobald sich z.B. beim Sport etwas komisch anfühlt, breche ich die Übung ab und wechsle zu einer sanfteren, für den Beckenboden weniger belastenden Ausführung.

2) Der Schultergürtel. Meine Problemzone zur Zeit. Der Schwindel, unter dem ich zeitweise gelitten habe, ist glücklicherweise weg. Aber meine Muskulatur ist geschwächt und durch die ungleiche Belastung (ich trage mein Baby hauptsächlich auf einer (meiner guten) Seite) nicht im Gleichgewicht und teilweise verkürzt. Ich arbeite daran und versuche so häufig wie möglich Kräftigungs- und Dehnungsübungen zu machen. 

 

Ihr seht also: Obwohl schon 10 Monate vorbei sind, ist noch viel zu tun und - daran musste und muss ich mich immer noch gewöhnen - mit Kind sowieso alles immer in Bewegung.

 

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7 Monate Baby - Prebabyweight versus Prebabyshape

7 Monate ist unsere Puppe jetzt schon alt, langsam geht die typische einem als Frau zugestandene "9 Monate kommt es, 9 Monate geht es" - Zeit zu Ende und immer öfter drehen sich Fragen und Gespräche um das Thema Prebabyweight.

Wer alsbald nach der Geburt in die Nähe seines Gewichtes vor der Schwangerschaft kommt und schnell wieder schlank ist, wird beglückwünscht. Für uns Mädels ist das schön, wer will schon lange seine Schwangerschaftspfunde mit sich herumtragen.

Tatsächlich ist die Wahrheit über den gelobten Gewichtsverlust eine andere. Stress spielt eine Rolle und Überforderung mit der neuen Situation. Viele Frauen vergessen zu essen, weil das kleine Menschlein rund um die Uhr Aufmerksamkeit einfordert und die Ruhephasen des Babys auch von uns Eltern oft zum Ausruhen, Abschalten oder schlicht zum Paarsein genutzt werden. Außerdem verbraucht eine Mama, die voll stillt in den ersten Monaten etwa 500kcal zusätzlich pro Tag. Hinzu kommen unzählige, oft kräftezehrende und teilweise auch freiwillig oder unfreiwillig lange Spaziergänge. An manchen Tagen bin ich über 20km mit Kinderwagen oder auch Teile davon mit der Babytrage gelaufen.

Die für mich größere Herausforderung ist es, meinen Fitnesszustand wiederherzustellen. Das erscheint mir schwieriger und auch wichtiger zu sein, als eine Zahl auf der Waage zu erreichen. Mein Gewicht war schon nach etwa 5 Monaten so, wie vor meiner Schwangerschaft. Mein Körperfettanteil jedoch ist weit davon entfernt. Und da Muskeln wesentlich schwerer sind als Fett, war ich in Wahrheit also "dicker" als vorher, trotz des gleichen oder sogar etwas geringeren Gewichts. Das ist jetzt - 7 Monate postpartum -  immer noch ähnlich.

Für mich, meine Gesundheit, mein Wohlbefinden und damit auch für mein Baby ist es entscheidender, dass meine Muskulatur wieder richtig stark wird, die kleine Maus rumwirbeln, hochheben und umhertragen kann, ohne muskuläre Probleme zu bekommen. Ob mein Gewicht dem vor der Schwangerschaft entspricht oder nicht, ist dabei zweitrangig.

Lasst Euch also nicht blenden oder gar einschüchtern von den Frauen, die trotz oder gerade wegen ihres kleinen Babys superschlank aussehen. Denkt an Euch und Eure Gesundheit, versucht fit zu sein und die oft in der Schwangerschaft verloren gegangene Kraft wieder aufzubauen. Euer Körper und euer Baby wird es Euch danken!

In diesem Sinne: Ich gehe jetzt mal zum Arzt, weil ich meinen Nacken und Rücken vor, während und nach der Schwangerschaft nicht genügend gekräftigt habe und jetzt durch die ungewohnten Haltungen mit Baby so arg verspannt bin, dass ich Schwindelanfälle habe. :-(

Habt's gut und passt auf Euch auf!! 

 

 

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Baby-Update Monate 5 und 6 - Ein Hello und ein Good-Bye

Wie die Zeit vergeht! Jemand (unser kleines Mädchen) wird in 8 Tagen schon 6 Monte alt. Und das ist gut so. Viele sagen, dass sie sich wünschen würden, das Baby bliebe immer klein. Uns geht es nicht so. Mit "uns" meine ich sowohl meinen Lieblingsmann und Papa des Babys, als auch mich und vor allem das Baby selbst.

Die kleine Motte genießt es noch mehr, als wir Eltern, unabhängiger zu sein und mehr zu können. Seit sie durch beständiges und anstrengendes Zappel- und Strampeltraining ein wenig Muskulatur aufgebaut hat, übt sie fleißig das Drehen und Hochziehen und erkämpft sich so neue Perspektiven. Im Kinderwagen liegen findet sie doof, weil sie von da aus kaum was sehen und schon gar nichts spannendes machen kann. 

Ich habe lange gehadert bzw. eher überlegt, ob ich mir einen Babyjogger zulegen soll und mich letztlich dafür entschieden. 

 

 

Bedingt durch Fremdelphasen oder jobbedingte Abwesenheit des Daddys kann ich die Kleine oft nicht zu Hause lassen und das für mich so wichtige Laufen drohte nur noch ganz selten möglich zu sein. Außerdem mag sie eben die Kinderwagenschale nicht mehr und ist für den Buggy zu klein, weil sie noch nicht alleine sitzen kann. All das ist im Babyjogger anders. Sie sitzt (bzw. hängt) schön schräg da drin und schaut nach vorne, das gefällt ihr. Für mich sind jetzt auch wieder ausgedehntere und babysitterunabhängige Läufe drin.

 

Hello competitions

Und apropos Laufen: Wie die Überschrift des Posts bereits verrät, haben die Lebensmonate 5 und 6 unserer Zuckerpuppe sportlich betrachtet einen Abschied und ein Willkommen für mich mit sich gebracht: Über das Willkommen freue ich mich besonders.

Anfang Juni habe ich das erste Mal seit der Geburt der kleinen Maus wieder an einer Laufveranstaltung (dem Sportscheck Stadtlauf in Dresden) teilgenommen. Für mich war der Start dort völlig entspannt, weil ich einen Freistartplatz von meiner lieben Kundenberaterin der DAK, die den Lauf sponsert, bekommen habe (1000 Dank nochmal an dieser Stelle). 

Dresden scheint irgendein Abo für sengende Hitze für den Stadtlauf zu haben, denn in jedem Jahr ist es am Tag des Stadtlaufes so warm, dass zumindest für mich an eine Jagd nach Bestzeiten nicht zu denken ist. So war es auch an diesem Jahr, was mir zusätzlich geholfen hat, den Lauf ganz entspannt anzugehen und nicht mal auf den gedanken zu kommen zu versuchen, an meine alte 10km-Bestzeit (50 Minuten) ranzukommen.

Schlechte Erfahrungen mit Laufwettkämpfen bei (zu) heißem Wetter hat in der Vergangenheit auch mein Laufpartner gemacht, sodass wir beide schön gemächlich und super vernünftig in weit über einer Stunde die Ziellinie passiert haben. Ich war megastolz 5 Monate und 3 Tage nach der Geburt meines geliebten Mädchens schon wieder einen solchen Lauf absolvieren zu können und freue mich auf viele weitere. 

Goodbye Gym

Verabschieden muss(te) ich mich von meiner Mitgliedschaft im Gym. Ich glaube nicht, dass das Mutterwerden automatisch das Ende einer Gymmitgliedschaft bedeuten muss. Ich könnte auch weiter hingehen. Es gibt dort sogar eine tolle Kinderbetreuuung. Praktikabel ist das Training dort für mich aber (leider!) für mich zur Zeit nicht mehr. Schon seit meiner Schwangerschaft wohne ich nicht mehr in der Nähe des Studios. Und jeder, der Kinder hat, weiß: Jeder Tag ist anders und man weiß vorher nicht wie. Die Kinderbetreuung im Gym hat ein paar Stunden am Vormittag und ein paar am Nachmittag offen. Ich füttere nach einem festen Zeitplan. Manchmal fremdelt das Baby. Inkl. Hin- und Rückfahrt, Essen, Umziehen und babybedingten Rückschlägen, wie kleine Explosionen in der Windel, nochmal Umdrehen, weil die Jacke, Mütze oder das Spielzeug vergessen wurde, ein Anruf kurz vor dem Losgehen oder oder oder dauert immer alles zu lange. Einmal kam ich im Gym an 30 Minuten bevor die Kinderbetreuung zumacht. Da lohnte sich das Umziehen kaum.

 

Auuußerdem: Ich habe es noch gar nicht groß angekündigt, aber ich absolviere grade selber nebenbei eine Fitnesstrainer-B- und eine Ernährungsberaterlizenz. Ich brauche also die Trainer und Geräte im Studio nicht mehr so dringend wie noch vor ein paar Jahren, weil ich selber ein ganz gutes Verständnis dafür entwickelt und erlernt habe, wie ich was trainieren kann und muss. Auch zu Hause oder mit Baby und Freundin im Park. Theraband, Togu Brasil usw. Hello. Gym Goodbye. Aber nicht alle Abschiede sind für immer.

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GRATIS E-BOOK ODER SPORTSCHECKS ODE AN DAS LAUFEN

Wenn ich mich für etwas interessiere und begeistere, muss ich immer Bücher bestellen oder Apps runterladen und mich zu dem Thema belesen. Kennt Ihr das? Seit ich laufe, habe ich diverse Bücher gekauft - zum Laufen allgemein, zur optimalen Ernährung, zum Wettkampftraining und -gestaltung und natürlich marathonspezifische Sachen. Außerdem habe ich die Runner's World abonniert. 

Jetzt wurde ich auf Sportscheck's neues E-Book zum Laufen aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich nicht meine Meinung darüber, mit meinen Lesern teilen möchte. Das wollte ich unbedingt, da ich eben so ein großer Fan von hobby- und interessenbegleitender Literatur bin.

Und ich nehme es meinem ausführlichen Bericht vorweg: Das E-Book ist ein Traum und ich hätte mir gewünscht, dass es das 2008, als ich mit dem Laufen begonnen habe, schon gegeben hätte.

Es erklärt kurz und prägnant, aber leidenschaftlich und in genau der nötigen Ausführlichkeit (nämlich auf 50 Seiten, die man verschlingen möchte, wie die erste Mahlzeit nach einem 30km-Trainingslauf), warum das Laufen für den ganzen Körper gut ist (Kapitel 1). 

Außerdem wird das Essentiellste beim Laufen - die Wahl der richtigen

Laufschuhe - ausführlich diskutiert (Kapitel 2). Inkl. Checkliste findet man im neuen E-Book, worauf es beim Laufschuhkauf ankommt. "Klar" denkt ihr jetzt wahrscheinlich, dass Sportscheck, als Sportartikel - Powerseller einem genau klarmacht, was für Laufschuhe und sonstiges Equipment man so braucht. Das macht das Buch aber gar nicht. Es spricht sogar davon, die (richtigen) Schuhe seien das Einzige, was man zum Laufen wirklich brauche. Zwar sind nur die Schuhe so notwendig, dass man ohne sie den Sport nicht ausüben kann.

Ich denke aber, dass auch ein Funktionsshirt wirklich wichtig, wenn auch nicht essentiell ist. Anderenfalls schwitzt man schnell und friert an jeder Ampel und bei jedem Fotostop (die Instagramer wissen, was ich meine ;-)). Außerdem wird so ein durchgeschwitztes Baumwollshirt auch schwer. Zum Glück kann man aber Funktionsshirts mittlerweile günstig kaufen, bei den meisten Volksläufen bekommt man sogar eins dazu oder kann sich (als Belohnung :-P) ein Finisher-Shirt kaufen.

Das schöne E-Book spricht noch einen weiteren Vorteil schöner und funktioneller Laufkleidung an: Sie hat einen Riesenmotivationseffekt. 

In einem dritten Kapitel geht es um das "richtige" Laufen: Herzfrequenzbereiche, Laufstile, Ernährungskonzepte und wie diese Dinge zusammen hängen wird darin ebenso leicht verständlich erklärt, wie Nutzen und Funktion von Erwärmung und Stretching.

Natürlich dürfen in einem guten Laufbuch auch Trainingspläne nicht fehlen. In Sportscheck's neuem E-Book finden sich welche für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Das letzte Kapitel vertieft noch einmal das Ernährungsthema, um das wohl kein Läufer auf Dauer herumkommt. 

Also ich kann mich nur wiederholen: Tolles E-Book, toll für Laufeinsteiger, sie erfahren dort alles, worauf es ankommt und alle, die schon etwas länger beim Laufsport dabei sind, können vorhandenes Wissen auffrischen und vertiefen.

Love it!

 

Das Buch gibt's unter folgendem Link kostenlos zum Download: http://www.sportscheck.com/laufen/themen/ebook-laufen/

 

Viel Spaß beim Lesen und gebt ruhig mal Feedback! Gefällt Euch das Buch genauso gut wie mir?

 

 

 

 

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Mein Weg zurück zum Sport - Monat 3 und 4 postpartum oder der geheimnisvolle Beckenboden

Nachdem ich ja in Woche vier nach der Geburt dachte, lauftechnisch loslegen zu können (und das auch gemacht habe) und mich in Monat zwei postpartum dann fast komplett ausgebremst habe, waren die letzten acht Wochen von einer großen Unsicherheit geprägt. Die bezog sich fast ausschließlich auf's Laufen. Alle anderen Sportarten, die ich so betreibe (vor allem Krafttraining, Schwimmen und Radfahren), wurden mir bald wieder erlaubt. Einzig über das Training der geraden Bauchmuskeln im Kraftsport gab es unterschiedliche Aussagen, aber spätestens seit wir im Rückbildungskurs entsprechende Übungen machen, sind meine Sorgen darüber verflogen. 

 

Ganz verwirrend sind aber alle verfügbaren Infos über den Wiedereinstieg in den Laufsport nach einer Geburt. Diese Verwirrung betrifft sowohl die Aussagen "echter" Menschen, also meiner Ärztin, Physiotherapeutin, Hebamme und Trainerin im Studio, als auch die im Internet verfügbaren. Ich war (und bin) hin- und hergerissen zwischen der Vernunft in Gestalt des Engelchens auf meiner einen Schulter und des Teufelchens in Laufsachen auf der anderen.

In Monat drei bin ich vor lauter Unsicherheit fast gar nicht laufen gewesen. Dann habe ich von allen Aussagen, die ich so gefunden habe, die meiner Physiotherapeutin umgesetzt: Sie hat mir geraten, das Lauftraining mit langsamen und vor allem in Intervalle gegliederten Einheiten, zu beginnen und dabei den Beckenboden anzuspannen. Die Intervalle sollten dabei jeweils nicht länger als 3 bis 5 Min. sein. Ich entschied mich für 500m-Intervalle, für die ich - wenn ich ganz langsam laufe - dreieinhalb Minuten benötige. Je nach Tagesform habe ich davon sechs bis acht absolviert, sodass ich am Ende drei bis vier Kilometer im wahrsten Sinne auf der Uhr hatte. (Alles unter drei km fühlt sich für mich irgendwie nicht nach einem echten Lauf an.)

Das hat mir geholfen meine Laufsehnsucht etwas zu stillen.

Heute - pünktlich zu Beginn des fünften Monats meines Lebens als Mama - hat meine Frauenärztin auf einmal das Laufen wieder vollständig erlaubt. Ohne Einschränkungen. Nach dem Termin musste ich direkt loslaufen. 6km ohne Pause (nur eine kurze an einer Ampel). War das schön! Heute hatte das Teufelchen die Zügel fest in der Hand.

Künftig werde ich aber solche für mich aktuell schon "längeren" Läufe auch noch weiterhin mit den langsamen Intervallläufen abwechseln.

Better safe than sorry.

 

 

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10 facts about me

Auf Instagram gibt es ein #10factsaboutme-Tag und ich habe mich gefreut, als ich von der lieben @strongbluemchen dort nominiert wurde, doch mal 10 Fakten über mich zu verraten. Ich bin nur (vielleicht sollte das direkt Fakt No.1 sein ;-P) am Handy so schrecklich tippfaul, dass ich bei Instagram nur die Fakten an sich genannt habe und hier schön gemütlich vom Rechner aus die Hintergründe berichte. 

 

#1 - coffee addict

Ich bin kaffeesüchtig. An den meisten Tagen trinke ich vier große Tassen. Und ohne Kaffee geht auch nicht wirklich irgendwas bei mir. Das leitet über zu Punkt 2:

 

#2 - running keeps my sanity

Ich bin auch laufsüchtig. Wobei "Sucht" so ein negativ behafteter Begriff ist. Meine Laufsucht empfinde ich nicht als etwas Negatives. Wenn ich nicht laufen kann, bin ich weniger ausgeglichen und fühle mich auch weniger gesund. Beim Laufen wird mein Kopf frei und Probleme werden kleiner oder sie verschwinden sogar ganz. Das Laufen gibt mir Kraft für meinen Alltag. Deshalb heißt mein Blog übrigens auch run2beat. Ich laufe, um meinen Schweinehund und schlechte Stimmung, Probleme und Stress zu besiegen und das funktioniert bei mir ganz wunderbar. Wenn ich laufen kann, fühle ich mich stärker, schöner, selbstbewusster, gelassener, leichter und lebenslustiger.

 

#3 - hometarier

Ich bemühe mich zu Hause um eine fleischfreie Ernährung. Vielleicht werde ich irgendwann zur Vegetarierin, aber als Zwischenschritt erschien mir das von uns "Hometarier" getaufte Konzept ganz praktikabel: Ein komplettes Verbannen sämtlichen Fleisches und Fisches aus meiner Ernährung habe ich mir nicht zugetraut. Manchmal gelingen mir Umstellungen besser, wenn ich sie Schritt für Schritt vollziehen kann und so ist es glaube ich auch hier. Ich versuche, Fleisch und Fisch nicht mehr einzukaufen.

Das gelingt mir ganz gut. Manchmal koche ich Wildlachs-Pasta und einmal im Jahr Rouladen. Oft kochen wir aber auch vegan. Je länger unser Hometarierism dauert, desto leichter fällt mir der Verzicht und ich glaube fest daran, dass mich allein die theoretische Option "auswärts" Fleisch oder Fisch essen zu dürfen, bei der Stange hält. Tatsächlich entscheide ich mich nämlich in Restaurants oder an kleinen Buffets auf Parties usw. mittlerweile oft für etwas Vegetarisches oder gar Veganes.

 

#4 - lipsticklove

Ich glaube, dass man anhaben kann, was man will und die Haare messy sein können. Sobald eine Frau einen guten und auffälligen Lippenstift trägt, ist sie gut angezogen. Praktisch trage ich aktuell wenig auffälligen Lippenstift, weil ich zur Zeit häufig mit Freund und/oder Babymädchen unterwegs bin und beide müssen ständig abgeknutscht werden. Und das Konzept des kussechten Lippenstiftes halte ich für ein Gerücht. Einen urban myth. Eine perfide Lüge der Kosmetikindustrie.

Ich habe aber immer einen Lipstick dabei. Just in case. Für spontane Papparazzi-Fotos oder den Fall, dass ich das doofe Mädchen aus meiner Schulklasse oder einen Exfreund nach Jahren wieder sehe und spontan umwerfend aussehen muss. 

 

#5 - the thing about movies

Also ich habe ja diverse akademische Grade, das Seeferdchen, das Schwimmabzeichen in Bronze auch und einen Führerschein Klasse B. Aber sobald ein Plot von einem Film zu kompliziert wird, steige ich aus, werde bockig und möchte - trotz großen theoretischen Interesses - nicht mehr zu Ende kucken. Das betrifft hauptsächlich Filme, aber leider - obwohl ich ein großer Serienjunkie bin - auch eine Serie. Passt auf: Game of Thrones. Ich versteh das einfach nicht. Da gibt es zu viele Leute und die sehen auch alle gleich aus.

Noch schlimmer wird es - und auch das trifft leider auf Game of Thrones zu - wenn da Dinge passieren, die in der realen Welt nicht gehen. Dann sitze ich vorm Fernseher und denke: "Hä?!". Und zum Ärger aller sage ich das nicht selten auch laut. Die Hobbit-Trilogie konnte ich nicht kucken, nach Teil 2 bin ich ausgestiegen und es hat sich schon als enorme persönliche Leistung angefühlt, Teil 1 und 2 durchzustehen. Und wenn irgendwelche Galaxien vorkommen oder Zombies oder Außerirdische, gehe ich lieber ins Bett. Das Gute daran ist: Ich spare ganz schön viel Geld, weil ich fast nie ins Kino will.

 

#6 - tech-addict

Das Auswerten von irgendwelchen Daten beim Sport macht mir Spaß und motiviert mich. Zum Glück bin ich damit nicht allein, deswegen boomt auch die Sportuhren-Industrie. Aber so richtig erklären kann ich mir das nicht. Das ist wie diese Autokarten-Kartenspiele (komisches doppelgemoppeltes Wort, aber ich glaube das heißt so), bloß dass ich das mit mir selbst spiele. Welches Workout hat mehr Kalorien verbrannt, bei welchem Lauf war die Herzfrequenz besser (höher oder niedriger, je nach Art des Trainings), die Distanz länger, die Pace schneller.

 

#7 - Child of the GDR

Auch wenn es nur die letzten Jahre waren, ich bin ein Kind der DDR, ich habe mit Papa für Bananen angestanden und auch sonst noch ein paar DDR-Dinge erlebt. 

 

#8 - I stick to my hometown

Ich lebe auch als Erwachsene noch und wieder in der Stadt, in der ich geboren wurde. 

Ich dachte als Abiturientin, dass ich nach der Schule keinesfalls in Leipzig, meiner Geburtsstadt, bleiben werde und auch nicht bleiben kann und will. Schon wegen des Lebenslaufs. Ich glaubte, dass es nicht gut aussieht, wenn jemand nicht vom Fleck kommt. Bzw. dachte ich genau das: Wenn jemand in der Stadt bleibt, in der er oder sie geboren wurde, kommt die Person nicht vom Fleck. Nach dem Abi war ich AuPair in den USA und bin dann zurückgekommen. Zum Studieren war ich erst in Halle (nur 40km von Leipzig entfernt) und bin schon nach 5 Semestern zurückgekehrt. Leipzig ist einfach zu schön. Zu schön geworden. Nach der Wende war es hässlich und chaotisch. Dreckig und die Menschen waren komisch. All das hat sich so so gewandelt. Leipzig ist wunderschön. Es hat die perfekte Größe, ist modern und grün und hat eine tolle Künstler- und Kulturszene. Und die Menschen sind jung, offen und freundlich. Und Leipzig ist zentral, in Deutschland und in Europa.

Lange war es mir peinlich zu sagen, ja ich bin hier geboren und geblieben und ich hatte das Bedürfnis, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Mittlerweile erfüllt es mich mit Stolz, wenn ich in einer Runde auf einer Party oder sonst irgendwo meine Hand heben darf, wenn gefragt wird: "Ist hier irgendjemand ein echter Leipziger?"

 

#9 - the no added sugar policy

Ich versuche, zugesetzten Industriezucker aus meiner Ernährung zu verbannen. Das klappt mal besser und mal schlechter. Schon bei der Definition bin ich unsicher, obwohl ich sie selbst mache. Zählt Bio-Rohrzucker dazu? Es gibt ein paar Dinge, von denen komme ich nicht weg. Othello-Schokokekse, Weihnachtsschokokekse nach altem Familienrezept, Mürbchen (= ein sächsisches Mürbeteiggebäck), Lion weiße Schokolade, Fred Ferkel und ein tödlicher veganer Schokokuchen von einer Freundin und noch ein paar Dinge. 

 

#10 - the bilingual baby

Wir erziehen unsere Zuckerpuppe (= unser Baby) zweisprachig, obwohl wir beide deutsche Muttersprachler sind. Mal sehen, wie das wird.

 

Ich hoffe, Euch hat der kleine Einblick gefallen. Lasst mich wissen, falls Ihr Fragen habt. 

Ein schönes Wochenende Euch Allen!! <3

 

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ACHT WOCHEN BABY UND MEIN WEG ZURÜCK ZUM SPORT - TEIL 2

Zu viel zu schnell zu wollen ist eine meiner Schwächen. In der Schwangerschaft konnte ich mich gut zusammenreißen, denn jede sportliche Übertreibung hätte das Baby gefährdet. Zusammenreißen ist sogar das falsche Wort, denn ich hatte während meiner Schwangerschaft nicht mal diesen Drang schneller oder weiter laufen oder häufiger trainieren zu wollen. Wäre schon gewesen, wenn ich mir diese neu erlernte Fähigkeit bewahrt hätte. Habe ich nicht.

Nach Rücksprache mit meiner Hebamme habe ich das Lauftraining 3 Wochen und 3 Tage postpartum wieder aufgenommen (siehe mein letzter Post in dieser Rubrik). Leider bin ich von Anfang an zu schnell gelaufen, habe zu wenige Pausen gemacht und habe die Umfänge zu schnell gesteigert. Grund dafür, dass mir sowas immer wieder passiert ist, dass mir mein Training gar nicht so umfangreich vorkam. Schnell war ich sowieso nie wirklich. Und die 2,5km die ich beim ersten Mal nach der Geburt gelaufen bin, sind ja auch quasi nichts. Und weil 2,5km laufen auch nur eine Viertelstunde dauert, habe ich das dann einfach aller zwei Tage gemacht. Das war zu oft, wie sich herausgestellt hat, denn mein nach der Geburt schon wieder recht fester Beckenboden war direkt wieder weicher geworden. 

Seit dem habe ich das Lauftraining erstmal eingestellt und das Beckenbodentraining intensiviert. Neben einem gezielten Beckenbodenprogramm zu Hause, bin ich zum ersten Mal wieder Schwimmen gewesen und war im Gym. In meinem Studio wird nämlich Kinderbetreuung für Babies ab 6 Wochen ohne Aufpreis angeboten!! Ein für mich unbezahlbarer Bestandteil der Mitgliedschaft. Gestern habe ich dort mit einer auf postpartales Training spezialisierten Trainerin gesprochen und mich nochmal beraten lassen. Sie hat mir einen kleinen, langsamen und kurzen Lauf pro Woche empfohlen. Das Lauftraining ganz aussetzen müsse ich wohl nicht mehr. Da ich neue Laufschuhe habe, die auf der Straße ausprobiert werden wollen, werde ich heute mal einen kleinen Lauf wagen. Klein, langsam und kurz. Sollte sich der aber wieder negativ auf meinen Beckenboden auswirken, werde ich weiter aussetzen. Versprochen!

Ansonsten fokussiere ich mich erstmal auf den Wiederaufbau meiner Muskulatur. Da ist in der Schwangerschaft ganz schön was verloren gegangen. Vor allem Rücken und Arme haben gelitten. Ich habe das Gefühl mein Bizeps und Trizeps sind nicht mehr vorhanden. Ein weiterer Bestandteil ist das Stabitraining. Meine rectus diastase (der schwangerschaftsbedingte Spalt zwischen den Strängen der geraden Bauchmuskulatur) ist zwar verschwunden, trotzdem meide ich Crunches usw. noch ein wenig und trainiere schwerpunktmäßig die seitliche und schräge Bauchmuskulatur.

Ich bin fest entschlossen, mein Zu - schnell - zu - viel - Wollen einzuschränken und mich zu bessern. Trotzdem pocht mein Läuferherz laut in mir. Gestern habe ich Freistartplätze für den Sportscheck Stadtlauf in Leipzig und Dresden zugeschickt bekommen. Ich hoffe hoffe hoffe, dass ich dann wieder so viel laufen darf, dass ich teilnehmen kann. Aber: Beckenboden first!!

 

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WAS EIN MARATHON, EINE PROMOTION UND EINE GEBURT GEMEINSAM HABEN

Schon eine Weile vor der Geburt unserer Maus aber nach dem erfolgreichen Finish zweier Marathons habe ich meine Promotion fertig gestellt und dabei bemerkt, dass das Promovieren und das Marathonlaufen - besonders das erfolgreiche Promovieren und das Marathon finishen - einiges gemeinsam haben. Als ich in den Wehen lag, ist mir dieser Vergleich wieder eingefallen. Die Geburt eines Kindes hat durchaus auch Parallelen zu einem Marathonlauf.

 

Der Wunsch ist - zunächst - der Vater des Gedanken. Das muss auch so sein, sonst würde es keiner machen.

Los geht alles Dreies mit einem Wunsch und später einem Willen. Dem Wunsch eine Doktorarbeit zu schreiben. Einen Marathon zu laufen. Ein Baby zu bekommen. Doktorarbeit und Marathonlauf müssen angemeldet werden. Dann muss man schreiben bzw. trainieren. Der härteste Part bei der Doktorarbeit. Man muss dabei bleiben und sich immer wieder ransetzen. Neben der Arbeit, einem Referendariat oder etwas ähnlichem hat man plötzlich nie mehr echte Freizeit, immerhin muss ja immer an der Doktorarbeit geschrieben werden. Außerdem ist sie gefühlt nie wirklich fertig. Es gibt immer noch einen weiteren Aspekt, den man beleuchten, ein weiteres Kapitel, das man schreiben könnte. 

Es bedarf wirklicher Hingabe und Beständigkeit um nicht unterwegs aufzugeben. Ich weiß nicht, wieviele Doktorarbeiten irgendwo im Sande verlaufen sind, weil sie nie fertig gestellt wurden. Denn der Weg zum fertigen Werk führt einen in Sackgassen und der Weg zurück auf den rechten Pfad ist dunkel und steinig. Auch hasst man unterwegs häufiger sein eigenes Werk. Fragt sich, wie zum Teufel man auf die Idee kommen konnte, so ein Monster verfassen zu wollen. Und ob man sich selbst überschätzt hat. Naiv gewesen ist. Sich alles zu einfach vorstellt hat.

Ein Gedanke, der mir auch während des Marathontrainings mehrfach gekommen ist, vor allem aber auch während meiner beiden Marathonläufe omnipräsent war. Je mehr Kilometer in den Wettkämpfen absolviert waren, desto größer wurden die Schmerzen und proportional dazu wuchsen die Zweifel. "Warum zur Hölle bin ich überhaupt auf die Idee gekommen 42km laufen zu wollen? --- Wieso würde sich überhaupt ein Mensch solch einer Tortur freiwillig unterziehen wollen?" Auch während meiner Promotionszeit: "Warum würde ich freiwillig mehr als 200 Seiten über irgendein Jurathema schreiben wollen? --- Wen interessiert das überhaupt? --- Wer braucht überhaupt einen Doktortitel? --- Doktortitel werden auf jeden Fall überbewertet!!" 

 

Bei der Geburt unserer Tochter habe ich solche Gedanken von Anfang an nicht zugelassen. Die Antwort auf diese Fragen war von Anfang an so klar, dass ich sie mir gar nicht erst gestellt habe. Mantras haben hier mein Denken beherrscht. "Das haben alle Mamas vor mir geschafft. --- Ich bin freiwillig Marathon gelaufen und auf den Pico del Teile (Teneriffa, 3718m) geklettert, dann schaffe ich das hier auch! --- Aufgeben und umkehren ist keine Option." 

Diese Mutmacherüberlegungen waren während der Geburt die ganze Zeit in meinem Kopf präsent; beim Marathonlaufen und Promovieren musste ich sie aktiv und anfangs ohne recht daran zu glauben in mir wiederholen. "Ich schaffe das! --- Viele vor mir haben das auch geschafft!"

Der größte Mutmacher jedoch wurde mir erst bei meinem zweiten Marathon wenige km vor dem Ziel mit auf den Weg gegeben und er lässt sich auf die Geburt eines Kindes und die Herstellung einer wissenschaftlichen Arbeit gleichermaßen übertragen: 

Es war in Frankfurt etwa bei km 35. Ich konnte nicht mehr. Ich starrte auf die Straße, unter mir schlichen die Streifen der Straßenmarkierung in einem viel zu langsamem Tempo an meinen Laufschuhen vorbei. Den Blick nach oben vermied ich mittlerweile. Ich sah zu fertig aus und konnte meine Schultern auch nicht mehr recht aufrecht halten. Auch wollte ich keinen der wirklich lieb gemeinten Yeahr - wohoo - Ines (auf den Schildern mit den Startnummern stehen ja die Namen der Läufer drauf) - Du - schaffst - das - Anfeuerungsrufe mehr hören, denn für mich fühlte sich nichts mehr yeahr an. Gefühlt musste ich ums nackte Überleben kämpfen. Einmal schaute ich doch kurz auf. Ein Mann im Rollstuhl lächelte mich an. Er hielt ein Schild in den Händen, auf dem stand: "Run for those who can't!" Mir wurde klar, wie viel der Mann vermutlich geben würde, diese letzten Schritte an meiner Stelle laufen zu dürfen. Nicht nur mit ausgeruhten Beinen, sondern auch mit meinen geschundenen 35km-Beinen. Ich richtete mich innerlich auf und lief gleich ein bisschen schneller. Dieses Mantra habe ich oft wiederholt, auch während ich unsere Maus geboren und meine Doktorarbeit geschrieben habe. Wie viele Menschen würden etwas dafür geben, die Chance zur Promotion zu bekommen. So viele Frauen können keine Kinder bekommen und würden den Schmerz einer Geburt gern in Kauf nehmen. 

 

Deshalb habe ich durchgehalten. Alle drei Lebensereignisse haben mich auf eine Probe gestellt, mich weich und zugleich härter gemacht. Ich habe durchgehalten und wenn ich das kann, könnt Ihr das auch!! <3

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VIER WOCHEN BABY UND MEIN WEG ZURÜCK ZUM SPORT - TEIL 1

Eins vorweg: Das hier ist kein Wettbewerb. Ich schreibe diese Artikel nicht, um mich an dem so häufigen Wettlauf darum zu beteiligen, wer am schnellsten wieder sportlich am meisten leisten kann. Ich neige zwar auch dazu schnell viel zu wollen, aber im Zusammenhang mit der Schwangerschaft und nun auch mit der Geburt wusste ich immer, dass sportlicher Ehrgeiz Grenzen haben und die Gesundheit  mehr denn je im Vordergrund stehen muss.

Trotzdem habe ich mich nach Sport (ohne Bauch) generell und vor allem nach meinem geliebten Laufsport gesehnt, weil ich ab der 26. SSW nicht mehr laufen gehen durfte. Meine Blogartikel über meinen Wiedereinstieg in den Sport nach der Geburt unserer Prinzessin haben also rein berichtenden Charakter, weil ich in meiner Schwangerschaft solche Berichte gesucht und aufgesogen habe.

 

ERSTMAL SPAZIEREN 

An Tag 5 nach der Geburt haben wir einen ersten Spaziergang gewagt. Hebamme und Ärzte hatten empfohlen, in der Nähe der Wohnung zu bleiben und auf Erschöpfungsanzeichen des Herz-Kreislauf-Systems und des Beckenbodens zu achten. Unser erster Ausflug war deshalb kurz und vorsichtig, hat sich aber rundum gut angefühlt. Ich war schmerzfrei und mein Kreislauf hat sich stabil angefühlt. Deshalb haben wir uns am nächsten Tag schon an eine etwas längere Strecke gewagt und spazieren seit dem fast täglich.

 

KRAFTSPORT

9 Tage nach der Geburt habe ich die erste und bislang einzige kleine Kraftsportsession auf der Matte zu Hause vor dem Fernseher absolviert. Es ist seit dem keine weitere dazu gekommen, weil mich direkt am Tag danach ein fieser grippaler Infekt niedergestreckt hat, den wir schön in unserem ganzen Freundeskreis rumgereicht haben. 

Angefangen habe ich mit Armtraining mit eigenem Körpergewicht und dem Theraband. Die geraden Bauchmuskeln sind durch die Schwangerschaft geteilt und liegen noch ein paar Wochen wie zwei Bänder rechts und links am Bauch und sind mittig nicht geschlossen (sog. rectus diastase), Das Training der geraden Bauchmuskeln muss warten, bis sie sich wieder geschlossen haben.

ENDLICH WIEDER LAUFEN

Am letzten Dienstag (also drei Wochen und zwei Tage nach Babymädchens Geburt) war es dann endlich so weit. Ich habe grünes Licht bekommen, meinen absoluten Herzenslieblingssport wieder ausüben zu dürfen. Im Vorfeld habe ich mir sagen lassen, was es für Alarmzeichen des Körpers dafür geben kann, dass ich zu früh oder zu doll trainiere. Es würde sich anfühlen, als ob die inneren Organe "rausfallen" wöllten, wenn der Beckenboden noch nicht stark genug für ein Lauftraining wäre. Alles klar. Mit beiden Ohren an meinem Inneren bin ich losgelaufen und meine Organe haben sich die ganze Zeit über angefühlt, als seien sie an Ort und Stelle. Bzw. habe ich sie gar nicht gefühlt. 3 km bin ich ungefähr gelaufen und es hat sich wunderbar angefühlt. 

Seit dem laufe ich jeden zweiten Tag und habe die Distanz auf 4 km erhöht. Meine Herzfrequenz ist noch relativ hoch, sodass ich ganz bewusst das Tempo zügeln muss, was mir aber absolut nichts ausmacht. Wieder laufen zu können ist für mich unbezahlbar und eine Auszeit vom noch ungewohnten Alltag mit Baby, auch wenn sie nur ein paar Minuten dauert.

Running, you have me back and I have missed you dearly! Ich habe großes Glück, dass ich schon so kurz nach der Geburt unseres Babies wieder laufen gehen kann.

 

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9. UND 10. Monat - ALLES IST ENTSCHLEUNIGT

Wie schnell auf einmal alles vorbei ging - Wahnsinn! Noch ist die Kleine nicht da, ich habe noch ein paar Tage bis zum errechneten Geburtstermin. Trotzdem ist dies mein letzter Post zum Thema Sport in der Schwangerschaft, demnächst wird es um die Zeit danach gehen. Rückbildung, Sport nach der Entbindung usw. Ich freue mich besonders darauf, von meinem persönlichen Weg zurück zum Sport zu berichten, weil ich darüber selber verhältnismäßig wenig gefunden habe. Und in den Artikeln und Berichten, die ich gelesen habe, gehen die Meinungen weit weit auseinander. Von einem kompletten 6-monatigen Sportverbot (not gonna happen for me ;-P) bis zu einem sanften Wiedereinstieg direkt nach der Geburt gibt es alle Empfehlungen. Dieses ganze Thema ist einfach unfassbar individuell und richtet sich nach so vielem. Dem Fitnesszustand der Frau vor und während der Schwangerschaft, der körperlichen Verfassung nach der Geburt, eventuell vorhandenen Geburtsverletzungen, sicher auch der Einstellung, dem Willen, dem Wetter und natürlich - last but not least - dem Baby.

Ich freue mich drauf und kann es kaum erwarten wieder zu starten. Was für ein schöner unbeabsichtigter Reim! ;-)

 

 

SPORT

Ab dem 9. Monat hat mir mein Körper nochmal deutlichere Grenzen aufgezeigt, als ohnehin schon durch die Schwangerschaft. Seit ein paar Wochen (vielleicht seit der 36. SSW) sind auch Spaziergänge nur noch begrenzt möglich. Ich bin bis dahin sehr viel zu Fuß gegangen, habe Einkäufe zu Fuß erledigt und bin zusätzlich regelmäßig schwimmen und ins Gym gegangen oder Rad gefahren. Aktuell (39. SSW) drückt das Baby schon nach einem 10-minütigen Spaziergang spürbar nach unten, ich muss langsam gehen. Es geht und es tut mir gut, aber nicht lange und nicht schnell. Schwimmen war ich seit drei Wochen nicht mehr, im Gym das letzte Mal vor zwei Wochen. Vielleicht gehe ich noch ein letztes Mal in diesem Jahr; ab dem 01.01.2017 habe ich meine Mitgliedschaft pausiert, mein Gym erlaubt das für 8 Wochen nach der Geburt. Danach gibt es sogar Kinderbetreuung schon für die Kleinsten, was ich ganz toll finde!

 

ESSEN & GELÜSTE

Essen geht mal gut und mal schlecht. Das betrifft sowohl die Mengen, als auch meine Kontrolle über Gelüste. Heute war mir eigentlich den ganzen Tag schlecht. Meine Hebamme sagte, das sei normal gegen Ende der Schwangerschaft. Bei einigen Frauen sei alles ähnlich wie in den ersten Schwangerschaftswochen (unsicherer Kreislauf, oft kein Appetit oder Unwohlsein). Heute reihe ich mich da direkt ein. An anderen Tagen habe ich viel Appetit und esse gern. Manchmal und oft gesund, manchmal sündig.

 

GEWICHTSZUNAHME

Ca. 18 kg. Ich habe überlegt einen extra Post zu diesem Thema zu schreiben, bin mir aber noch nicht sicher, ob ich mich trauen soll. Ich finde es interessant, durch die Schwangerschaft einmal vorübergehend "gezwungenermaßen dick" zu sein. Und ich kann mir unabhängig von ästhetischen Argumenten absolut nicht vorstellen ohne Schwangerschaft so viel zu wiegen. Ich merke jetzt, wo ich so viel wiege, wie noch nie in meinem Leben, was das Gewicht für eine Last für den gesamten Organismus ist. Sagt mal Bescheid, falls und ob Euch da Details interessieren oder ob ihr das anmaßend finden würdet. 

 

BAUCHNABEL

Ist im Stehen leicht nach außen gewölbt, im Liegen plan mit dem Rest des Bauches. Bislang keine Risse und aktuell 105cm Bauchumfang.

 

KINDSBEWEGUNGEN

Immer noch viele, obwohl ich überall lese, dass die angeblich gegen Ende weniger werden sollen, weil die kleinen Mäuse keinen Platz mehr im Bauch haben. Mein Kleinstes turnt. Jeden Tag und viel und spür- und oft sichtbar.

 

FAZIT

Eine Schwangerschaft ist eine tolle und einmalige Erfahrung und ich bin unfassbar dankbar, dass ich sie machen durfte. Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich jetzt verschweigen würde, dass gerade die letzten Wochen aber anstrengend für mich waren. Ich freue mich auch, bald wieder Sport machen zu können und bald wieder in meine "alten" (alt ist eindeutig das falsche Wort) Klamotten reinzupassen. Ich wette ich hab die Hälfte meiner Outfits schon ganz vergessen, das wird bestimmt wie Shopping im eigenen Kleiderschrank. Ich freu mich drauf! Und ganz besonders auch darauf zu sehen, wie das Wunder der Verwandlung des (meines) Körpers (ab demnächst nur in die entgegengesetzte Richtung) weitergeht. Es ist wirklich erstaunlich, was unser Körper leisten und wie er sich verändern kann!!

 

Habt alle einen schönen Abend und ein paar schöne letzte Tage in diesem Jahr!

 

Eure Ines aka Run2beat :-*

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8. MONAT - ICH WERDE TRIATHLETIN...

Okay, ich gehe schwimmen. Das Laufen und Radfahren vernachlässige ich gerade etwas. ;-)

Ab morgen bin ich im 9. Monat, das heißt es wird Zeit für mein (Monats-)Update:

 

SPORT & FITNESS

Passend zur kühlen Jahreszeit bin ich seit Jahren mal wieder ins Hallenbad gefahren und habe meine Bahnen gezogen. Ich wollte das schon länger mal machen, habe mich aber nie dazu aufgerafft. Im Sommer bin ich vor der Schwangerschaft lieber zum See gefahren zum Schwimmen (und zum Bräunen sowieso). Oder ich bin laufen gegangen. Oder radfahren.

Laufen und Radfahren habe ich ohnehin immer als Cardiotraining dem Schwimmen vorgezogen, obwohl das Schwimmen dem Körper so viel Gutes tun kann. Nun, da ich nicht mehr Laufen darf und auch das Radfahren immer gefährlicher wird, habe ich mich überwunden. Ich war nicht mal mehr so ganz sicher, ob ich überhaupt noch Kraulen kann. Aber es geht noch. Ich bin nicht so richtig schnell, aber darauf kommt es ja im Moment auch nicht an. 

Außerdem versuche ich nach wie vor einmal in der Woche ins Gym zu gehen und dort moderates Krafttraining zu machen. 

ESSEN & GELÜSTE

Besondere Gelüste habe ich eigentlich nicht. Auch habe ich nicht mehr so einen Bärenhunger, wie noch vor ein paar Wochen. Ich esse nach wie vor gern und auch nicht wenig, aber ich schaffe es immer besser auf Süßigkeiten zu verzichten (vor allem abends!). Das leitet zum nächsten Punkt über:

 

GEWICHTSZUNAHME

Aktuell etwa 13kg.

 

BAUCHNABEL

Kommt langsam raus. Ich dachte immer der "ploppt" eines Tages und ist dann eben so nach außen gestülpt. Meiner stülpt sich langsam und nur ein bisschen nach außen. Und auch nur im Stehen. Und abends (Bauch voller) auch mehr als morgens. 

 

KINDSBEWEGUNGEN

Viel und deutlich. Schön ist das! Meine Freundin hat mir erzählt, dass sie das Temperament ihrer Kinder so retrospektiv betrachtet schon an den Kindsbewegungen im Bauch hätte festmachen können. Wenn das stimmt, erwarten wir eine Stimmungskanone!! 

 

So, morgen starte ich also in den 9. Schwangerschaftsmonat und hoffe, dass ich auch in den verbleibenden 8 Wochen noch ein bisschen aktiv bleiben kann.

 

Viele liebe Grüße,

Eure

Ines von Run2beat

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6. und 7. MONAT -UMDENKEN

Die Zeit rennt so sehr, dass ich ein Update für zwei Monate schreiben muss, um überhaupt noch hinterherzukommen. Ich bin wirklich schon im 8. Monat schwanger - unfassbar! 

 

LAUFEN & FITNESS

In der 21. und 22. SSW (also zu Beginn des 6. Schwangerschaftsmonats) konnte ich nochmal ein paar Läufe absolvieren. In der 22. SSW habe ich sogar noch einmal etwas mehr als 5km geschafft, was von Beginn meiner Schwangerschaft an keine Selbstverständlichkeit mehr war. Meine Läufe wurden aber zunehmend von so einem Druckgefühl im unteren Bauch begleitet, was mal stärker und mal weniger stark zu spüren war. Teilweise ging es weg, wenn ich ein Stück gegangen bin, teilweise blieb es. Mit fortschreitender Zeit (so gegen Ende des 6. Monats) wurde jeder Lauf von Anfang an bzw. schon nach einem oder zwei km von diesem Druckschmerz begleitet. Meine Hebamme hat mir von weiteren Laufeinheiten abgeraten.

Ich wusste ja, dass dieser Moment irgendwann in der Schwangerschaft kommen würde, deshalb habe ich versucht tapfer zu sein und mir zunächst mal Alternativen für's Ausdauertraining überlegt. Freilich gibt's in "meinem" Fitnessstudio die ganzen einschlägigen Geräte, trotzdem bin ich letztlich oft auf dem Laufband "gelandet". Ich habe stelle mir eine ordentliche Steigung ein und wandere. Die konditionelle Belastung ist der des Laufens interessanterweise ähnlicher als beim Radfahren oder auf dem Crosstrainer. Zusätzlich zu diesem Bergwandern absolviere ich leichte Krafttrainingseinheiten. Vielleicht gehe ich nächste Woche auch mal Schwimmen.

GEWICHTSZUNAHME und BAUCHUMFANG

Etwa 10kg und ca. 94cm am Ende des 7. Monats (Start: etwa 66cm). Mein Bauchumfang "wächst" übrigens im Verlauf eines jeden Tages durch das Essen und Trinken um etwa 5cm an und ist am nächsten Morgen dann wieder entsprechend kleiner. Abends fühle ich mich deshalb schon immer sehr sehr rund und morgens geht es dann wieder.

 

BAUCHNABEL

Wird zunehmend flacher, bleibt aber bislang schön drin. 

 

KINDSBEWEGUNGEN

Die Maus bewegt sich ständig. Bevorzugt ist sie morgens und abends aktiv, wenn ich (noch) ruhig liege. Meine Bewegungen tagsüber schaukeln sie häufig in den Schlaf. Mittlerweile bewegt sie sich auch nachts und hält mich manchmal wach.

6 MONATE LAUFPAUSE?!

Jetzt freue ich mich auf unser drittes und letztes gemeinsames Trimester. Ein bisschen Respekt habe ich aber vor der Laufpause. Es gab schon ein paar Tage, an denen mir das Laufen ganz arg gefehlt hat. Obwohl ich durch Krafteinheiten und Bergläufe auf dem Laufband aktiv bleibe, ist und bleibt das Alternativtraining. Und ich bin und bleibe eine Läuferin. Das Laufen war immer mein Ventil. Und mein Ausgleich. Und ich bin nicht die selbe, ohne das Laufen. Ich vermisse es, einfach Laufsachen anzuziehen und bei uns vor der Haustür loszulaufen. Immer, wenn mich etwas beschäftigt oder sorgt, bin ich einfach eine Runde laufen gegangen. Danach war alles besser. Deswegen heißt meine Website auch run2beat. Ich laufe um Alltagssorgen, Ängste, gelegentlichen Ärger oder Frust und natürlich den eigenen inneren Schweinehund zu besiegen. Und kein Alternativtraining kann das so bieten, wie das Laufen. Aber nichts ist im Moment wichtiger, als die Gesundheit und das Wohlbefinden unseres Babys und deshalb versuche ich diese Zeit jetzt als Herausforderung anzunehmen.

 

Und Euch möchte ich bitten: Run for those who can't!! Im Moment gehöre ich zu denjenigen who can't. Weil ich schwanger bin. Andere sind verletzt oder krank oder können aufgrund einer körperlichen Einschränkung nie laufen und würden etwas drum geben, auch nur eine kleine Runde laufen zu können. Ihr könnt es? Dann macht es! Es ist anstrengend? Egal! Denkt immer daran: Manche haben das Privileg nicht. Dieser Gedanke hat mich durch beide Marathons getragen. Immer, wenn ich gerade aufgeben wollte, habe ich daran gedacht, dass jemand anders gern diese letzten anstrengenden Schritte für mich laufen würde, wenn er/sie nur könnte.

 

In diesem Sinne: Sundays are rundays! Geht raus und lauft!!

Eure Run2Beat

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DIE LETZTEN WERDEN DIE ERSTEN SEIN

Heute durfte ich eine ganz besondere Erfahrung machen. Obwohl ich mit dem Babymädchen in meinem Bauch den Leipzig Halbmarathon am Völkerschlachtdenkmal nicht selber mitlaufen durfte, wollte ich gerne dabei sein. Ich liebe die Stimmung bei Wettkämpfen, im Start- und Zielbereich, aber auch auf der Strecke. Im Orgateam gibt es immer viele tolle Positionen für freiwillige Helfer, aber eine der schönsten wurde letzte Woche bei Facebook ausgeschrieben: Es wurde noch jemand gesucht, der die Führungs- bzw. Schlussfahrrad fährt. Ich habe mich beworben und durfte heute das Schlussfahrrad des 10km-Wettkampfes fahren. Das war so so schön, fast so schön wie selbst mitlaufen. Naja fast. Selber mitlaufen ist schöner, aber danach kommt direkt das Fahren des Schlussrades. Das Schlussrad darf keinesfalls mit einem klassischen "Besenwagen" verwechselt werden, der Läufer "einsammelt", die hinter einer bestimmten hochgerechneten Zielzeit zurück bleiben und deshalb aus dem Rennen genommen werden. Das Schlussfahrrad begleitet den/die letzte/n Läufer/in, der/die noch läuft, egal bei welchem Tempo. 

Schon nach etwa einem Kilometer hatte Lavinia aus der Nähe von Potsdam diese schwierige Position inne und ich durfte sie begleiten, motivieren, beruhigen, ablenken und den triumphalen Moment ihres ersten 10km-Finishes mit ihr teilen. Dieser Moment war einfach unbezahlbar!!
Lavinias erste Amtshandlung im Ziel war, dass sie mir eine große echte Umarmung geschenkt hat. Dabei hab ich gar nichts gemacht, Du hast die Arbeit gemacht und die Strecke laufend absolviert, Liebes!!
Tausend Dank auch an die ganzen lieben Halbmarathonläufer, die uns irgendwann auf der Strecke überholt haben und sich trotzdem die Zeit genommen haben, was Nettes zu sagen und Lavinia anzufeuern. Und für ganz viele nette Leute an der Strecke gilt das Gleiche.
Für diesen Support und diesen Zusammenhalt liebe ich die Läufergemeinde. 

5. MONAT - I live at the gym

Na gut, nicht ganz. In Wahrheit wohne ich immer noch zu Hause. Seit gestern bin ich im 6. Monat schwanger und blicke sportmäßig sehr zufrieden auf den 5. Monat zurück. Hier kommt deshalb ein besonders glückliches Monatsupdate:

 

LAUFEN & FITNESS

Ich habe es in zwei Wochen (von vier des letzten Monats) geschafft, pro Woche drei Mal in meinem Studio zu trainieren, manchmal bin ich zusätzlich auch noch laufen gegangen. Einige Übungen darf ich wegen des Babies nicht machen, so wurde mir beispielsweise jegliches gezielte Training der geraden Bauchmuskeln schon zu Beginn der Schwangerschaft untersagt und daran halte ich mich auch. Ansonsten habe ich immer so trainiert, dass sich alles immer gut angefühlt hat. Speziell bei einigen Übungen für die Arme konnte ich die Gewichte sogar geringfügig erhöhen. Ich achte allerdings immer ganz sorgfältig darauf, dass ich bei der Ausführung niemals presse oder reiße, denn das wäre gefährlich für's Baby.

Seit dieser Woche werden einige meiner "Lieblingsübungen" umständlich, weil langsam der Bauch im Weg ist. Lunges zum Beispiel. Die mache ich aber sowieso nicht gerne, sodass ich sie ohne große Trauer durch eine Übung auf dem Pezziball ersetzt habe.
Außerdem habe ich diese Woche zum ersten Mal Yoga ausprobiert und es hat mir superviel Spaß gemacht. Ich mag die Kombi aus Kraft- und Dehnübungen. Auch da war es aber so, dass ich die Hälfte nicht oder nur in abgewandelter Form machen konnte. Mich stört das aber nicht, ich habe mich nach dem Kurs dennoch entspannt und gleichzeitig gut trainiert gefühlt. Ab nächster Woche zeigt mir der Trainer die für Schwangere kritischen Figuren in abgewandelter und so dann für mich unbedenklicher Form, ich freue mich drauf!
Ich bin sehr froh, dass ich nach wie vor noch so aktiv sein kann und hoffe, das bleibt noch lange so.
KINDSBEWEGUNGEN
Endlich! Am letzten Tag der 20. SSW, über die man überall lesen kann, dass dies der späteste Zeitpunkt für die ersten Kindsbewegungen sei, haben wir unsere Kleine gefühlt. Und zwar von innen und außen. So ein schönes Gefühl!

GEWICHTSZUNAHME

Ca. 6 kg.

 

BAUCHNABEL

Immernoch drin.

 

ESSEN UND GELÜSTE

Endlich werden meine Gelüste gesund!! ;-) Ich brauche täglich viel frisches Obst, zum Mittag oft Fruchtshake (ich arbeite an einer Universität mit einer sehr guten Mensa, wo es sowas täglich in großer Vielfalt und guter Qualität gibt) und viel Salat (mittags und abends und eigentlich auch schon morgens auf's Brot manchmal).

 

Wie geht es meinen lieben mitschwangeren Sportskanonen? Könnt Ihr noch alles machen?
Liebste Grüße,
Eure Ines
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Hoch lebe das zweite Trimester! - Update 13. - 19. SSW

Es stimmt wirklich, was alle sagen. Ab dem zweiten Trimester wird alles besser, typische Schwangerschaftsbeschwerden, die einem das Sportmachen nicht leicht machen, verschwinden und die alte Kraft kehrt zurück!

Letzte Woche konnte ich sogar vier Mal trainieren (drei Lauftrainings und einmal Gym), yeahr! Ich halte mich dabei nach wie vor an die Ratschläge meiner Ärztin und meines lieben Physiotherapeuten. Beim laufen behalte ich meine Herzfrequenz im Blick, sie sollte zwischen 140 und 160 Schlägen pro Minute liegen. Im Gym nehme ich geringere Gewichte als vor meiner Schwangerschaft und trainiere meine geraden Bauchmuskeln nicht, dafür die seitlichen umso häufiger (Zitat Physiotherapeut: Sonst gehst Du auf, wie ein Hefekloß!!) Thank you, but no!! ;-)

 

Ich fühle mich noch relativ unstrukturiert mit diesen Schwangerschaftsupdates, obwohl ich bald schon die halbe Schwangerschaft hinter mir habe. Die Zeit rast! Deshalb habe ich mir mal einen kleinen Fragenkatalog von der lieben Mallory von happinessglass.com (einer meiner absoluten Lieblingsblogs!) abgekuckt:

 

UPDATE 19. SSW:

 

Kindsbewegungen:

Bislang kann ich keine fühlen. Zumindest nicht "von innen". Manchmal hatte ich beim Handauflegen von außen das Gefühl, es bewegt sich was. Kann aber auch mein eigener Herzschlag oder die Verdauung gewesen sein. Ich habe aber eine Vorderwandplazenta und meine Ärztin sagt, es dauert noch ein bis zwei Wochen, bis ich was merke. Auf dem Ultraschall sieht man aber, dass das Kleinste ganz wild turnt, winkt und sein Herzchen schlägt.

ESSEN&GELÜSTE:

Ich habe viel Lust auf Würstchen. Vor der Schwangerschaft hatte ich die komplett aus meiner Ernährung verbannt, ich war fast vollständig Pescetarierin geworden. Das Baby sieht das offenbar anders. Kann ich einfach das Baby verantwortlich machen?

Außerdem mag ich keine Tomaten mehr, dafür bin ich (noch mehr als sonst) verrückt nach Obst. Und ich esse viel und teile ungern. Wie unsympatisch! Zum Glück habe ich aber kein oder kaum Verlangen nach Süßigkeiten, das war im ersten Trimester anders. Da wollte ich ständig Eis essen. 

GEWICHTSZUNAHME:

Aktuell etwa 5kg.

 

BAUCHNABEL:

Ist noch drin. Piercing musste allerdings raus, das hat schon komisch abgestanden.

 

FITNESS:

Ich habe wieder richtig viel Lust zu laufen und fühle mich meistens wohl dabei. Ab und zu verspüre ich ein Ziehen der Mutterbänder (dem Stützapparat der Gebärmutter). Manchmal muss ich deshalb kurze Geh- oder Verschnaufpausen einlegen. Zwar ist der Schmerz nie zu stark, aber ich möchte unser Baby keinesfalls gefährden. Fast dauerhaft habe ich das Gefühl auf Toilette zu müssen. Entweder ist es wirklich so (ja, auch das Klischee stimmt bei mir: Schwangere müssen ständig auf's Klo) oder aber das Baby drückt beim Laufen auf die Blase und der Druck hört auf, sobald ich pausiere. Im Moment laufe ich aber kaum mehr als 6 - 8 km, sodass ich auch das immer gut aushalten kann.

 

 

Im Studio benutze ich geringere Gewichte und achte darauf, alle Gewichte immer bequem und ohne "Pressen" heben zu können. Ich gehe nicht mehr an meine Leistungsgrenze und lasse die letzten schweren Wiederholungen oft weg (erneutes Zitat vom Physiotherapeuten: Nicht schnaufen, pusten oder pressen!). Ansonsten fühle ich mich sehr sehr leistungsfähig zur Zeit und hoffe, dass das noch lange so bleibt.

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SPORT IM 1. TRIMESTER?!

Als wir herausgefunden haben, dass ich schwanger bin, waren mir zum Thema Sport schnell zwei Dinge klar: Ich würde versuchen, solange wie möglich aktiv zu sein und gleichzeitig rückte auf einmal mein Ehrgeiz, der mir auch schon so oft im Weg gestanden hatte, weit in den Hintergrund. 

1. War mir sehr schlecht?
Ja und nein. Ich höre von Frauen, denen es so schlecht geht, dass sie sich oft übergeben müssen und kaum noch arbeiten können. So schlimm war es bei mir nicht. Dennoch hat sich mein Bauch oft missmutig angefühlt. Ich schwankte zwischen Hunger, der sich anfühlte, als hätte ich tagelang nichts gegessen und wäre der Ohnmacht nah und solchem Sättigungsgefühl als hätte ich zehn Teller von einem schlechten Buffet gegessen. Letzteres setzte leider nach drei Bissen ein. Glücklicherweise hörte das mit dem letzten Tag der 12. Woche schlagartig auf. 
2. Habe ich weiter Sport gemacht wie bisher?
Ganz klar: Nein. Trotzdem war ich nicht unsportlich in der Zeit.
Auf einmal ist es mir leicht gefallen, in mich reinzuhören und mich zu fragen, ob ich wirklich Lust auf's Laufen oder das Gym habe. Oft ging es mir schlecht und ich wollte lieber zu Hause bleiben. Ich habe auch viel geschlafen, sodass nach der Arbeit oft gar keine Zeit mehr zum Laufen blieb. 
Trotzdem bin ich ein bis zweimal in der Woche Laufen gegangen und fast jede Woche einmal ins Gym.
3. Ging Laufen und Krafttraining gleichermaßen?
Beim Laufen war ich viel langsamer und meine Herzfrequenz war viel höher. Ich hatte die Anweisung bekommen, meine GA1-Herzfrequenz nun nicht mehr zu überschreiten. Das ist mir sehr schwer gefallen, weil ich die oft schon bei einem Tempo von 7:15min/km erreicht habe. 
Für's Krafttraining hat mir meine Ärztin bloß geraten, meine geraden Bauchmuskeln nicht mehr isoliert zu trainieren und bei allen Übungen weniger Gewicht zu verwenden. Ich habe mich in den ersten Wochen insgesamt immer ein wenig kraftlos gefühlt, sodass ich von selber nicht die selben Gewichte benutzen wollte wie bisher. 
4. Fazit
Euer Körper (und vielleicht auch schon Euer Baby?!) sagen Euch, was Ihr leisten könnt. Hört in Euch rein und lasst Euch davon leiten, dann kann eigentlich nichts schief gehen. 
Und es stimmt, was alle sagen: Die Kraft kommt im zweiten Trimester zurück! :)
Alles Liebe für alle Mädels, die gerade auch schwanger sind oder es demnächst werden wollen und allen anderen natürlich auch!  
Eure Run2beat
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DER BESTE GRUND FÜR NIEDRIGPULSTRAINING

Vielleicht habt Ihr Euch schon gewundert, warum ich ohne Erklärung nur noch kurze und ganz langsame Trainingsläufe mache und kaum noch an Wettkämpfen teilnehme. 
Ich habe die beste "Ausrede", die es gibt:
Ich bin schwanger! :)
In meiner neuen Rubrik SPORT & SCHWANGER werde ich künftig darüber berichten, wie sich das Sportmachen und besonders natürlich mein Lauftraining verändert, aber auch darüber, dass eine Schwangerschaft kein Grund ist, mit dem Sport aufzuhören (im Gegenteil!).
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CHRISTINA GOES SUB 30 MIN.

Diese Hübsche hier zu meiner Linken ist meine allerliebste Lieblingskollegin Christina. Sie läuft so richtig erst (wieder) seit ein paar Monaten. Angefangen hat sie mit wenigen Kilometern und vielen Gehpausen. Mittlerweile ist sie im Training auch schon mal 10km gelaufen (yeahr!) und die Gehpausen werden weniger. Nur mit der Geschwindigkeit mag es noch nicht recht besser werden, denn dafür braucht es - die eingefleischten Läufer unter Euch wissen schon was kommt - fieses Tempotraining. 

Intervalle, Bergtraining, Fahrtspielläufe, Techniktraining. 

Gestern hat Christina beim Leipziger Firmenlauf die 5km in 31:39 Min. absolviert. Herzlichen Glückwunsch Süße!! Sie wünscht sich aber, dass sie die 5km bald in unter 30Min. schafft. Und ratet mal, wer sie da hin pushen darf?! 

Ich freue mich ganz doll! Ich selber kann grade laufmäßig nicht so ganz wie ich will, aber mit Fahrrad und Trillerpfeife liebe Menschen Berge hoch und im Kreis schöne Tartanbahnen entlang jagen, das kann ich!

Verfolgt Christinas Fortschritt und ihre Höhen und Tiefen hier auf meinem Blog in meiner neuen Serie "Christina goes sub 30 Min.".

 

Bis bald, Eure Run2beat <3

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LAUFEINSTIEG NACH VERLETZUNGSPAUSE

Heute nach vier glücklichen Läufen seit meiner verletzungsbedingten Zwangspause denke ich, dass es Zeit für ein erstes vorsichtiges Feedback ist.

Zur Vorgeschichte: Ende September bin ich beim Laufen umgeknickt und habe mir eine Bänderzerrung außen am Sprunggelenk zugezogen. Das bedeutete sechs bis acht Wochen Laufpause mindestens. Für mich kaum vorstellbar! Aber noch wichtiger als das Laufen ist mir meine Gesundheit, sodass ich mich wohl oder übel dran halten musste. In den folgenden Wochen habe ich mich mehr aufs Fitnesstraining konzentriert und bin im Studio viel Rad gefahren, um meine Grundlagenausdauer zu trainieren. Ich bin eine Hochpulserin und muss ohnehin regelmäßig lange Cardio-Einheiten mit möglichst niedrigem Puls (bei mir unter 150 Schlägen/Min.) einlegen, damit der nicht noch höher wird. Gerade mit Blick auf mein Pulsproblem hatte ich besonders Angst vor meinem Wiedereinstieg ins Lauftraining. 

Am 18.11. habe ich dann mal einen langsamen langen Lauf gewagt, der nicht so gut war. Zwar habe ich 13km geschafft, aber ich hatte tagelang Schmerzen im Fuß und konnte nicht recht auftreten. Offenbar war es also noch zu früh.

Nach nochmals zweieinhalb schmerzhaften (diesmal schmerzte nicht mein Fuß, sondern meine Läuferseele) habe ich es dann gewagt und habe einen erneuten Laufversuch gewagt, der dann geglückt ist.

Für das erste Training habe ich mir ein 1km-Intervall vorgenommen. Zum Einstieg war das perfekt, weil ich nach jedem gelaufenen km Pause machen und sich meine Herzfrequenz erholen konnte. Außerdem ist bei einem Intervalltraining die Pace immer höher, als bei einem langen langsamen Lauf und ich wusste, dass die schnellere Pace auf der Uhr mir Mut machen würde, für künftige Läufe.

Trotzdem war der Lauf superanstrengend und ich habe deutlich gemerkt, dass ich lange nicht gelaufen war. Meine Herzfrequenz lag im Schnitt bei 173, was selbst für mich sehr hoch ist. Besonders, weil ich nach jedem km stehen geblieben bin und die HF sich eigentlich erholen konnte.

Den zweiten Lauf konnte ich dann schon am Stück absolvieren. Meine durchschnittliche Pace war zwar 4sec/km langsamer, dafür bin ich aber eben am Stück gelaufen ohne stehen zu bleiben und außerdem war meine Herzfrequenz schon "nur" noch bei 165 Schlägen/Min. im Schnitt. Die Strecke war - genau wie bei dem Intervall - etwas mehr als 5km lang. Bei dieser Distanz wollte ich auch erstmal bleiben. Zwar hatte und habe ich das Bedürfnis die Distanzen schnell wieder zu steigern, aber damit warte ich besser noch ein wenig.

Der dritte Lauf war genauso lang wie die beiden vorigen, aber ich war schon etwas schneller. Darüber bin ich sehr positiv überrascht. Bei etwas unter 5:30min/km liegt meine Halbmarathonpace. Dass ich die so schnell (wenn auch erstmal nur über 5km) wieder erreichen würde, hätte ich nicht gedacht. Meine Herzfrequenz lag bei diesem dritten Lauf (übrigens ein EarlyBird-Lauf vor der Arbeit, ich war so stolz!!) wieder - ähnlich wie bei Lauf zwei - bei 166 BPM.

Heute war dann der vorerst letzte Lauf meiner Wiedereinstiegsserie. Ich bin seit Wochen das erste Mal mit meinem lieben Laufpartner gelaufen. Deshalb habe ich mich nun doch mal an eine etwas längere Distanz gewagt. Durch die längere Strecke habe ich fest damit gerechnet, langsamer zu sein und eine etwas höhere Herzfrequenz zu haben, als bei den letzten Läufen. Aber: es ging! Immerhin sind wir mit 05:51min/km etwas langsamer gewesen, als ich bei meinem letzten Lauf alleine, aber ich freue mich, dass wir unter 6min/km bleiben konnten. Auch meine Herzfrequenz lag wieder brav bei 165 BPM, also für meine Verhältnisse im grünen Bereich. 

 

Jetzt heißt es für mich: Nicht zu viel auf einmal wollen. Sicher wird es auch mal wieder einen Rückschlag geben, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Wiedereinstieg. Ich wünsche allen, die vielleicht selbst verletzt sind gute Besserung und viel Kraft und Mut. Zwar verliert der Körper schneller an Kraft und Ausdauer, als er beides aufbauen kann, aber er vergisst nicht, was er mal konnte.

Verlangt nicht zu viel von Euch, wartet (gerade nach Verletzungen an Sehnen und Bändern) lange genug bis ihr mit dem Laufen wieder anfangt, damit alles richtig ausheilt. 

Wie habt Ihr nach Eurer Verletzungspause wieder angefangen zu trainieren und wie ist es Euch damit ergangen?

 

Liebe Grüße,

Eure Ines

 

 

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GIB DEM SCHMUTZ KEINE CHANCE!

Im Herbst und Winter bleibt es nicht aus, dass man seine Laufschuhe mal so richtig dreckig macht.

Laufschuhe gehören nicht in die Waschmaschine - das lese und höre ich immer wieder. Ich habe es nie ausprobiert, ich will es nicht riskieren, dass die Dämpfung oder die ganze Sohle kaputt gehen oder das Obermaterial seinen guten Sitz verliert. Ich habe aber auch ohne Waschmaschine eine gute Reinigungsroutine für meine Schuhe entwickelt, mit der meine Schuhe ihre ganze Laufzeit (thihi) über schön bleiben.

Zuerst habe ich meine Schuhe schön eingesaut, denn jede Reinigungsroutine beginnt mit einem Vorher-Foto.

Nach dem Lauf müssen sie erstmal richtig trocknen, denn am besten lässt sich der ganze grobe Schmutz und Matsch abbürsten, wenn er richtig angetrocknet ist. Ich bearbeite meine Schuhe mit einer Schuhbürste, die es für weniger als 5€ in jeder Drogerie gibt. Ich bürste den ganzen Schuh fest ab und lasse auch die Sohle nicht aus. Besonders in stärker profilierten Winterschuhen setzt sich häufig viel in den Rillen ab, was die Performance der gut durchdachten Hightech-Sohlen der Laufschuhe beeinflussen kann. Im schlimmsten Fall läuft man "unrund" und kann sich Reizungen oder andere Verletzungen zuziehen.

Anschließend wische ich die Schuhe noch mit einem nassen Lappen rundherum ab. Ich benutze keine Seife, sondern nur Wasser und die Schuhe sehen fast aus wie neu. Freilich sieht man bei genauem Hinsehen noch Flecken auf dem Obermaterial, aber das stört mich nicht weiter. Immerhin haben die Schuhe Einiges mit mir durchgemacht, sie sind bei Wind und Wetter mit mir durch Schlamm und Schmutz gelaufen und das darf man auch ein bisschen sehen, finde ich.

Zum Schluss trage ich auf den ganzen Schuh noch ein Imprägnierpräparat auf. Es ist kein Spray, sondern hat einen Schwamm, so wie viele Schuhcremes. Als ich es neu gekauft hatte, habe ich auch gezögert damit das ganze Obermaterial einzuschmieren. Aber es wirkt. Weder die oben abgebildeten Nike Air Pegasus 31, noch meine Trailschuhe von Salomon haben eine Gore-Tex-Membran und trotzdem bleiben meine Füße trocken.


Viel Erfolg beim Reinigen und dann auch wieder dreckig machen Eurer Schuhe!


Habt ein tolles Wochenende!!

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DON'T COMPLAIN ABOUT THE RAIN! - ODER: WIE DU DEINEN SCHWEINEHUND IM REGEN STEHEN LÄSST


 

 

Jetzt im Herbst könne man ja nicht mehr so gut draußen laufen gehen, höre ich oft. Die "schlechte" Jahreszeit muss aber kein Grund sein, mit dem Laufen aufzuhören. Es ist zwar wirklich schwer, sich aufzuraffen, wenn es draußen grau ist und am besten noch regnet. Aber für ein erfolgreiches Lauftraining scheint mir eine Grundregel unverzichtbar zu sein:

Nichts und niemand steht Eurem Training im Weg. Nicht das Wetter, nicht Euer Job und auch nicht Euer Partner, Eure Familie oder Freunde.

 

Freilich haben es einige aufgrund Ihrer Arbeitszeiten oder familiärer Verpflichtungen schwerer als andere, ihr Training regelmäßig in den Tagesablauf zu integrieren. Aber wer wirklich fit werden und bleiben will, muss Raum schaffen und die Hindernisse überwinden. Egal welche es sein mögen.

Im Herbst und Winter ist es häufig der Schweinehund, der sich bei grauem Nieselwetter meldet. Mir ging es auch sehr oft so. Mittlerweile weiß ich, dass graues Nieselwetter mein Lieblingslaufwetter ist. Bei warmen Temperaturen dehydriere ich schnell, meine Herzfrequenz ist höher, ich bin schneller außer Atem. Meine Haut trocknet aus, ich habe ständig Durst und muss eigentlich ständig einen Trinkgürtel mitnehmen. Meine Hände und Füße schwellen bei langen Läufen an, die Gefahr Blasen an den Füßen zu bekommen steigt. 

All diese Probleme habe ich bei Schmuddelwetter nicht. Der Regen kühlt die Haut angenehm, ich brauche erst für Strecken ab 15km eine Trinkflasche, meine Herzfrequenz bleibt im Rahmen. Auch der Stolz danach ist um einiges größer. Im Sommer ist jeder draußen. Nicht so bei schlechtem Wetter im Herbst. Schon ein kurzer Lauf bei Regen oder Schnee am Wochenende taugt als Generalerlaubnis den Rest des Wochenendes auf der Couch mit Netflix, Tee und gutem Essen zu verbringen.

Auch die Bewunderung der Kollegen am nächsten Montag ist einem sicher. Und für die Pärchen unter uns: Es schweißt zusammen, sich zusammen aufgerafft und zusammen nass und dreckig geworden zu sein. Und es macht Spaß. Nicht umsonst heißt es: Couples that train together stay together.

Apropos nass werden: Na klar sträubt man sich innerlich immer dagegen rauszugehen, wenn es regnet. Aber nass werden wir beim Laufen sowieso. Duschen müssen wir danach sowieso. Dann können wir also auch nass werden. Außerdem gibt es tolle wasserabweisende Laufkleidung (noch ein Argument!).

Und das Gefühl, nach einem Lauf bei vermeintlich widrigen Bedingungen heim zu kommen (egal ob alleine oder zu zweit) ist unbezahlbar! Und auch während des Laufes sind die Blicke der Leute aus vorbeifahrenden Autos heraus unbezahlbar.

Lasst Petrus nicht entscheiden, ob Ihr fit werdet und laufen geht - Bestimmt es selbst!

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WINTER RUNNING ESSENTIALS

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Doch das muss kein Grund sein, dass Ihr Eure Laufschuhe bis zum Frühjahr in den Schrank stellt. Mit ein wenig Equipment und der intelligenten Auswahl Eurer Laufkleidung könnt Ihr auch im Winter erfolgreich weiter trainieren und im Frühjahr umso stärker und ausdauernder in der Wettkampfsaison durchstarten oder einfach so ganzjährig laufen.

Dieser Artikel soll Euch zeigen, was meiner Ansicht nach für ein erfolgreiches Winterlauftraining in Eurer Garderobe nicht fehlen sollte und dass diese Dinge nicht teuer sein müssen. Los geht's!

Trailschuhe

Das Wichtigste sind Laufschuhe, die den veränderten Witterungsbedingungen gewachsen sind.

Bei den meisten Herstellern heißen sie Trailschuhe, weil sie meistens sowohl für das Laufen im Gelände, als auch für das Training im Winter geeignet und die Anforderungen an einen solchen Schuh ähnlich sind.

Sie sollten eine stark profilierte Sohle haben, damit ihr auf Schnee oder gefrorenem Boden guten Halt habt und nicht wegrutscht. Außerdem haben gute Trailschuhe ein wasserabweisendes Obermaterial und eine vorn etwas hochgebogene Sohle, damit Eure Zehen geschützt sind. Wie immer beim Laufen sind die Laufschuhe der Teil Eures Equipments, bei dem nicht gespart werden sollte. Ihr könnte Euch in einem Laufladen beraten lassen und die Schuhe testlaufen. Wer weiß, was er oder sie braucht, kann den Schuh auch freilich häufig im Internet günstiger finden. Bei den Schuhen gilt aber, dass sich die Investition in einen Markenschuh lohnt. Bei billigen Schuhen sind die Materialien oft minderwertig und die Füße und damit Euer ganzer Bewegungsapparat leiden darunter.

Kopfbedeckung

Im Winter braucht Ihr unbedingt eine Kopfbedeckung, damit Ihr nicht auskühlt oder Euch erkältet. Die Gefahr dafür ist im Winter besonders hoch, weil Ihr durch das Schwitzen am Kopf schnell kalt werdet. 

Es bedarf keiner dicken Mütze, meist reicht ein sog. "Buff" oder eine Mütze aus einem dünnen Material völlig aus. Die Bezeichnung "Buff" stammt von einem Hersteller, gemeint ist mit dieser Bezeichnung eine Art Schlauchschal, die als Kopfbedeckung oder auch als Schal (gern auch im Wechsel) getragen werden kann. Das gute daran ist, dass es verschiedene Techniken gibt, wie man es am Kopf tragen kann, abhängig davon, ob man beispielsweise einen Zopf gebunden hat und ob sich der oben oder unten am Hinterkopf befindet. Auch kann man das Buff zum Stirnband machen. Es gibt sie von verschiedenen Herstellern (wobei wie gesagt "Buff" der wohl berühmteste ist, der den tollen Dingern ihren Namen im Läufervolksmund gegeben hat) und sie sind gar nicht teuer. Manchmal bekommt man sie (wie ich meins, das hier auf dem Foto abgebildet ist) auch bei einem Wettkampf kostenlos dazu. Das auf dem Foto habe ich beim Nachtlauf in Dresden bekommen.

Es gibt auch klassische Laufmützen oder Stirnbänder von unterschiedlichsten Marken, wobei vieles hier auch schon sehr günstig zu haben ist (zum Beispiel bei H&M, Tchibo, Decathlon oder 21run). Oftmals gibt es auch Laufmützen für Frauen mit einem kleinen Loch hinten für den Pferdeschwanz. ;-)

Ich achte beim Kauf darauf, dass die Kopfbedeckung aus einem atmungsaktiven Funktionsmaterial ist, weil sich sonst Wärme und/oder Feuchtigkeit unter der Mütze staut und man entweder überhitzt oder wieder auskühlt.

Handschuhe

Auch Handschuhe benötigt Ihr bei kaltem Wetter, um nicht auszukühlen und Euch wohl zu fühlen. Ich persönlich trage schon ab einer Temperatur von etwa 10 Grad und darunter Handschuhe. Es gibt verschiedenste Modelle, je nach Geschmack und Witterung.

Ich habe unterschiedliche (siehe Foto), wobei ich auch hier nur wenig Geld ausgeben musste. Ein Paar (die grauen in der Mitte) habe ich geschenkt bekommen, die schwarzen ganz links sind eigentlich die Innenschicht meiner Snowboardhandschuhe. Nur die linken habe ich tatsächlich ausschließlich für's Laufen gekauft. Sie sind von Under Armour (etwa 22€), ganz dünn und ich trage sie etwa zwischen 10 und 0 Grad. Sie sind für dieses Wetter perfekt, weil sie nicht sehr wärmen, wohl aber vor kaltem Wind und den typischen kalten Händen beim Loslaufen schützen. Überhaupt habe ich oft das "Problem", dass meine Hände, wenn es draußen kalt ist auch sehr oft sehr kalt sind. Nach bereits einem oder zwei Kilometern werden sie dann aber warm. Die dünnen Handschuhe sind dafür ideal, weil sie auch, wenn meine Hände warm geworden sind nicht zu warm sind. Die Handschuhe in der Mitte und ganz rechts sind aus etwas dickerem Material und deshalb für Minusgrade gut geeignet. Die in der Mitte sind aus einem wind- und wasserabweisenden Material und die schwarzen aus Fleece. 

Laufjacke

Für einen richtigen Winter unerlässlich ist eine Laufjacke. Auch hier muss man heutzutage nicht mehr tief in die Tasche greifen, um ein ordentliches Produkt zu bekommen. Freilich gibt es tolle hochfunktionelle Jacken, die auch entsprechend hochpreisig sind. Zum Einstieg kann man aber auch ein günstiges Modell gut benutzen (je nach Hersteller ab etwa 40€). 

Wichtig ist, dass die Jacke atmungsaktiv, aber gleichzeitig wind- und wasserabweisend ist. Wer eine dünne Laufjacke und eine Weste besitzt, kann auch im Winter beides kombinieren. Wenn der Winter nicht zu kalt wird, kann man so auf eine extra Winterlaufjacke unter Umständen sogar verzichten.

Nicht essentiell aber nice to have: die Stirnlampe

Im Winter wird es schnell dunkel und viele von uns können nur morgens oder abends laufen gehen. Damit der Schweinehund und die Dunkelheit sich nicht zur perfekten Ausrede zusammentun, lohnt sich die Anschaffung einer Stirnlampe. 

Freilich kann man sich besonders in Großstädten auch eine beleuchtete Laufstrecke raussuchen. Auf dem Land wird es schon schwierig. Eine Stirnlampe hilft uns nicht nur dabei den Weg zu finden, sondern bewahrt uns auch vor Stürzen bei unebenem Untergrund. Außerdem werden wir von anderen besser gesehen. Bei Stirnlampen gibt es starke Qualitäts- und daher auch Preisunterschiede. Ich habe die Tikka Plus 2 von Petzl. Sie hat etwa 30 Euro gekostet. Sie sitzt bequem am Kopf und wackelt nicht. Wenn ich nochmal eine Stirnlampe kaufen müsste, würde ich aber auf etwas mehr Leuchtkraft achten, weil meine Tikka da doch manchmal etwas schwächelt.


Wie Ihr seht sind es ein paar wenige Dinge, die es Euch ermöglichen, das ganze Jahr über Laufen zu können. Winterlauftraining hat so viele Vorteile - es härtet ab und hält Euch gesund! Seit ich das ganze Jahr über laufen gehe, werde ich fast gar nicht mehr krank. Die üblichen Erkältungswellen gehen entweder ganz an mir vorüber oder zumindest komme ich mit wenigen schnupfigen Tagen davon. 

Wenn es kälter als -15 Grad kalt ist oder der Boden von einer dicken Eisschicht bedeckt ist, gehe ich allerdings auch nicht mehr laufen. Ersteres belastet die Lungen zu sehr und das Laufen auf dickem Eis ist zu gefährlich. Diese Umstände sind ein Freifahrschein für einen Trip auf die Couch mit einem Kakao und einem guten Buch.

 

Kommt gut durch den Winter!!

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RUNNING ESSENTIALS FÜR LAUFANFÄNGER

Viele beginnen mit dem Laufen, weil man es immer und überall und ohne viel Vorbereitung tun kann. Man braucht kein teures Equipment, keine Vereinsmitgliedschaft und keine speziellen Kenntnisse. 

Dennoch gibt es ein paar wenige Dinge, die für einen erfolgreichen Laufeinstieg unverzichtbar sind. Anderenfalls kann das Lauftraining ebenso schnell wieder vorbei sein wie es begonnen hat. Sogar langwierige Erkrankungen oder Verletzungen können drohen. Wenn man aber auf ein wenige Kleinigkeiten achtet und einige Euros investiert, steht der erfolgreichen Läuferkarriere nicht im Wege.

 

Laufschuhe

Ein Paar gute Laufschuhe sind ein absolutes Muss. 

Laufschuhe gehören zu den wenigen Produkten in der Sportwelt, wo es darauf ankommt, einen Markenartikel zu wählen! Ich werde später noch darauf eingehen, dass es oft gute Sachen von günstigen Labels gibt. Bei Laufschuhen möchte ich ganz unbedingt von No-Name-Produkten abraten!!! Eure Füße tragen Euch Euer ganzes Leben. Durch einen schlechten oder schlecht sitzenden Schuh kann man sich den gesamten Bewegungsapparat ruinieren. Verletzungen im Fuß haben Auswirkungen auf Knie, Hüfte, Rücken und den Schultergürtel. 

Lasst Euch unbedingt in einem Laufgeschäft beraten. Große Laufläden (z.B. der Leipziger Laufladen, RunnersPoint und manchmal auch SportScheck) bieten Laufbandanalysen an. Dabei sieht der Verkäufer, ob Ihr an einer der unter der Bevölkerung weit verbreiteten Fußfehlstellungen leidet (Knick-, Spreiz-, Senkfuß o.ä.) und kann Euch den passenden Schuh verkaufen. 

Achtet bei Eurem ersten Laufschuh bitte nicht auf das Design. Nach der Laufbandanalyse bekommt Ihr meistens etwa drei Paar Schuhe zum Anprobieren und sollt darin ein wenig umherlaufen. Wählt unbedingt den Schuh, der sich am besten anfühlt. Gute Laufschuhe können schon etwa 120 - 180 € kosten. Wenn Ihr etwas Geld sparen wollt, dann fragt den Verkäufer im Fachgeschäft nach Auslaufmodellen aus der letzten Saison oder nach Aktionen oder Angeboten oder lasst sie Euch schenken. Laufschuhe sind eine Investition in Eure Gesundheit. In doppelter Hinsicht. Aber bitte kauft keine Laufschuhe im Discounter oder lauft in einfachen Straßenschuhen.

Ein Funktionsshirt

Viele sagen, dass Funktionsshirts neumodisches Zeug seien. Früher habe man die auch nicht gebraucht und überhaupt sei der erste Marathonläufer ja wohl auch nicht in einem Funktionsshirt von Marathon nach Athen gelaufen.

Stimmt. Allerdings ist dieser erste Marathonläufer nach seiner Ankunft tot zusammengebrochen. Ein gutes Funktionsshirt muss wirklich nicht teuer sein. Man kann auch bei H&M oder im Internet (z.B. bei decathlon.de oder 21run.com) bereits für 10-15€ welche bekommen. 

Ein Funktionsshirt sorgt dafür, dass die durch Transpiration entstandene Feuchtigkeit schnell vom Körper weg transportiert wird und Eure Körpertemperatur und die Herzfrequenz nicht übermäßig ansteigt. Dadurch wird sich Euer Wohlbefinden maßgeblich gegenüber einem Lauf in einem Baumwollshirt erhöhen. Auch wenn Ihr Euren Lauf beendet habt und noch ein paar Meter nach Hause laufen oder fahren müsst oder Euch noch von Eurem Laufbuddy verabschiedet, ist es wesentlich angenehmer das in einem Funktionsshirt zu tun. Es fühlt sich kaum nass an und Ihr friert weniger. Dadurch sinkt auch das Erkältungsrisiko deutlich. 

Ein weiterer Vorteil von Funktionsfasern ist, dass sie sehr schnell trocknen. Ihr könnt Euer Shirt also direkt nach dem Lauf mit Flüssigwaschmittel kurz durchwaschen und nach wenigen Stunden ist es trocken.

Auch wer auf Kunstfasern empfindlich reagiert oder sensible Haut hat, muss nicht auf ein Funktionsshirt verzichten. Immer mehr Hersteller bieten eine Funktionsfaser aus Baumwolle an, die dennoch atmungsaktiv ist und die meisten anderen Vorteile der Funktionsfasern aufweist. 

Falls Ihr vorhabt auch mal bei Volksläufen mitzumachen, bekommt Ihr übrigens häufig kostenlos ein Funktionsshirt der Veranstaltung dazu.

Girls only - der Sport-BH

Mädels: Ihr braucht einen Sport-BH beim Laufen. Einen ganz festen. Keine Diskussion bitte. 

Immer wieder sehe ich Frauen, die sämtliches Laufequipment haben, von den teuersten Herstellern. Laufschuhe, Kompressionssocken, Trinkgürtel, Kompressionstights, Stirnlampe, Sportbrille, alles. Aber keinen Sport-BH. Ihr macht Euch schon beim ersten Run ohne Sport-BH Euer Bindegewebe irreparabel kaputt. Es leidet. Jedes Mal. Mit jedem Schritt. 

Gute Sport-BHs müssen ebenfalls nicht teuer sein. Es gibt zum Beispiel einen ganz, ganz tollen von H&M, der kostet 24,95. Im Sale 15€. Wenn man Glück hat 12€. Der ist sogar gepaddet. Da macht es nichts, wenn man nass oder es kalt wird. Mädels, Ihr wisst, was ich meine?! ;-)

Viele Hersteller, die nicht ausschließlich Laufsachen anbieten, haben Sport-BHs für drei Aktivitätsstufen: low, middle und high performance. Bitte nehmt immer einen für die höchste Aktivitätsstufe geeigneten BH. Alle anderen sind eher für's Fitnessstudio oder zum Radfahren geeignet. Sie können Eure Brust nicht vor der starken Belastung der Auf-Ab-Bewegung beim Laufen schützen.

Darüber hinaus...

... gibt es sooo viel tolles Equipment, aber die drei eben genannten Dinge sind aus meiner Sicht die wichtigsten. Klar braucht man auch eine Hose und Socken. Auch da empfehle ich Funktionsartikel, aber es wird Euch nicht wehtun, wenn Ihr die ersten paar Läufe in Eurer Jogginghose absolviert. Funktionssocken machen aber - besonders ab Distanzen von über 5 km - schon sehr viel Sinn. Sie sind nahtlos verarbeitet und aus dünnem und atmungsaktiven Material. Auch hier gibt es für unter 10€ welche (z.B. bei RunnersPoint). In gewöhnlichen Baumwollsocken werdet Ihr Euch auf Dauer wahrscheinlich Blasen laufen. 

Im Winter braucht Ihr noch ein langärmeliges (Thermo-)Laufshirt oder eine Laufjacke. Auch hier könnt Ihr versuchen günstig was zu finden. Tchibo hat auch gute Laufkleidung, die bezahlbar ist. Die großen Marken (z.B. Adidas, Nike, Reebok, Under Armour, etc.) verkaufen antisaisonal Ihre Vorjahreskollektionen bei den einschlägigen Händlern zu günstigen Preisen (Zalando, Runnerspoint, SportScheck, 21run usw.). Wer also im Sommer schon weiß, dass er im Winter eine Laufjacke oder eine warme Laufhose braucht, sollte jetzt zuschlagen. 

 

Habt einen tollen Laufeinstieg!!

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