Das Baby isst mit.

Wenn das Baby richtig anfängt mitzuessen, stellt sich für alle Eltern die Frage nach dem Wie und Was.

Soll das Baby das Gleiche essen, wie der Rest der Familie? Heißt das dann, dass nichts mehr gewürzt werden darf? Soll das Baby lieber doch ein extra babygerechtes oder -gerechteres Essen bekommen? Kommt dann noch der Anspruch möglichst gesunder und frischer Ernährung dazu, geht es direkt weiter: Kann ich vorkochen? Muss ich alles frisch kochen? Heißt das dann, dass ich über den Mittag nicht mehr unterwegs sein kann, sondern um 11 zum Kochen daheim sein muss?

Ich habe mir all diese Fragen auch gestellt und bei Instagram manchmal ein bisschen über das Essen unseres Mädchens berichtet. Auch dort hat sich gezeigt, dass viele diese Unsicherheit teilen. Einige legen so viel Wert auf gesunde und frische Ernährung, dass sie Angst entwickeln. Angst davor, mit einem (vielleicht nur vermeintlich) ungesunden Mittagssnack unterwegs die Gesundheit des Kindes zu beeinträchtigen (ich finde mich wieder!). Ich glaube aber, dass gesunde Ernährung nicht über allem stehen sollte. Zumindest für mich und uns funktioniert das nicht. Ich habe mich vor der Geburt unseres Babys gesünder ernährt als im Moment, war aber nicht glücklicher. Mittlerweile wäge ich ab: Nachmittage mit einer befreundeten Mami und ihrem Baby zum Beispiel tun uns und den Kindern gut, auch wenn das bedeutet, dass wir eigentlich eine halbe Stunde zu spät nach Hause kommen und ich ihr nur noch schnell ein Brot machen kann, bevor sie ganz müde ins Bett fällt. Oder wir sind irgendwo draußen unterwegs, sie spielt, wir treffen jemanden im Park, verquatschen uns und kommen dann recht knapp heim.

Ernährung spielt für die Gesundheit eine maßgebliche Rolle, aber auch Liebe, Freundschaft, Spaß, Abenteuer, Sport (sowieso!) und ganz viele andere Sachen müssen Platz und Zeit finden. Unser kleines Mädchen ist mittlerweile fast 15 Monate alt und isst schon seit ein paar Monaten mit uns. In dieser Zeit habe ich ein paar Gerichte gefunden, die ich entweder gut vorkochen und portioniert einfrieren oder doch sehr flink frisch kochen kann.

Reis oder Nudeln mit Gemüse

Mit "sehr flink" meine ich binnen maximal 15 Minuten, eher 10. Hunger macht böse, das weiß unsere Kleine ganz genau (das hat sie von mir). Um sie während des Kochens "hinzuhalten", gebe ich ihr etwas zum Knabbern, zum Beispiel Brot (immer aus Vollkorn oder zumindest dunklem Getreide, gern auch den Kanten, das tut ihr besonders während der gefühlt immer währenden Zahnungsphasen gut), Gurke oder Apfel. Sehr süßes Obst meide ich am Abend wegen des hohen Fruchtzuckergehalts.

Dann koche ich den Reis oder die Nudeln. Gern benutze ich Kritharaki, das sind griechische Nudeln (bestehen wie unsere aus Hartweizen) in Reiskornform. Anschließend muss das Gemüse zubereitet werden. Ich variiere dabei zwischen frischem und tiefgekühltem Gemüse. 

 


Tiefkühlgemüse (oft so einen Mischgemüsemix aus Mais, Möhren und Erbsen, manchmal auch Bohnen, Brokkoli oder Blumenkohl) habe ich immer vorrätig. Wenn ich frisches Gemüse verwenden möchte, dann nehme ich welches, das nur kurz garen muss (also keine Möhren, sondern eher Paprika oder Zucchini).

Anschließend verrühre ich beide Komponenten zusammen mit entweder Frischkäse oder einer dieser wunderbaren Aufstriche, die oft sogar vegan sind. Hier auf diesem Foto habe ich einen veganen Paprika-Cashew-Aufstrich von Edeka und Frischkäse benutzt, es gibt aber auch welche z.B. bei Aldi und Rewe (dort von Rewe Bio). Sehr hoch im Kurs steht bei uns auch der Curry-Papaya-Aufstrich - sowohl als Würzpaste, als auch als Brotaufstrich.

 

 

Wer auf den Frischkäse verzichtet, erhält sogar ein veganes Gericht, ansonsten ist es aber zumindest vegetarisch. Außerdem lässt es sich gut im Kühlschrank aufheben oder (wenn man ganz viel gekocht hat) auch portionsweise im Gefrierfach. Nach dem Auftauen oder auch schon beim nochmaligen Erwärmen ist das Gericht oft etwas zu trocken, das lässt sich aber einfach beheben, indem ein Schluck Wasser miterwärmt wird.


Pasta

Die Inspiration für eines unserer Lieblingspastagerichte habe ich aus meinem vegetarischen Kochbuch (Das Goldene von GU - Vegetarisch!). Auch hier beträgt die Zubereitungszeit nicht länger, als die Kochzeit der Nudeln. Ich verwende am liebsten Linguine, Spaghetti (und alle anderen langen Nudeln) gehen aber auch. 

Während die Pasta kocht, wird eine Zitrone abgerieben und ausgepresst, Knoblauch gepresst und Petersilie geschnibbelt. Wenn ihr keine frische habt, dann geht auch TK (Vorteil: ist schon geschnibbelt). Einige reißen bestimmt bei den Worten Knoblauch und Zitrone im Zusammenhang mit Babyessen gerade die Augen auf. Unser Baby isst das alles. Auch Gorgonzola und Curry übrigens. Probiert das einfach aus. Den Knoblauch könnt ihr auch weglassen oder hinzufügen, nachdem ihr für's Baby eine knoblauchfreie Portion weggenommen habt. Lasst es einfach von Eurem Essen probieren. Bei uns kam das sowieso nur so zu Stande, dass ich meiner Kleinen sowas füttere: Sie hatte was anderes, wollte aber mein Essen probieren. Ich gebe es ihr, sie isst es (auf). 

 

Zurück zum Rezept: Zur Zitrone kommt Öl und Gewürze (Salz, Pfeffer) und (ganz wichtig, weil er die viele Säure neutralisiert) Parmesan. Anschließend wird alles mit den Nudeln vermengt. Wer mag, kann noch Pinienkerne drüberstreuen, fertig!


Wokgemüse mit Mie-Nudeln und frischem Koriander


Wer einen Wok hat, ist sowieso fein raus, denn damit lassen sich sehr schnell frische Gerichte zubereiten.
Mein schnelles Lieblingsrezept geht so:
Mie-Nudeln (es gehen auch Glas- oder Reisnudeln) nach Packungsanweisung kochen. Meist dauert das nur 4 - 5 Minuten.
Frisches Gemüse (ich nehme immer, was ich gerade da habe bzw. was es grade gibt) im Wok anbraten, mit Brühe und Sojasauce ablöschen. Die Nudeln unterheben und frischen Koriander drüberstreuen. Fertig.

So, Ihr Lieben, das war‘s erstmal, damit dieser Post nicht zu lang wird. Was unsere Maus aber (leider nur phasenweise) auch gern isst, sind Suppen. Die kann man im wiederbefüllbaren Quetschbeutel auch schön mitnehmen und kleckerfrei füttern. Also Ihr seht: Inspiration und Ideen gibt’s viele, nur kein Platz mehr, wenn das hier kein ganzes Kochbuch werden soll. ;-)
Habt ein tolles Restwochenende,

Eure Run2beat.

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