Fockeberglauf mit den Laufmamas

Foto: Kai Niemann
Foto: Kai Niemann

Jahrelang habe ich mich vor dem Fockeberglauf gedrückt. Jahrelang schon absolviere ich aber meine Bergtrainings am Fockeberg. Uns beide verbindet eine Hassliebe. Bergtraining ist hart. So hart, dass ich am liebsten darauf verzichten würde, aber irgendwie fühlt es sich auch so gut an. Danach.

Seit Oktober bin ich Trainerin bei Laufmamalauf hier in Leipzig (darüber sollte ich vielleicht einen extra Post schreiben, was meint ihr?) und die Laufmamas haben mich gefragt, ob ich nicht mitlaufen will beim Fockeberglauf. Aber nicht so "Du, magst Du vielleicht mitlaufen?", sondern eher "Fockeberglauf, da simmer dabei, gell?". Ein Nein war keine Option. Wenn schon die Laufmamalauf - Teilnehmerinnen unerschrocken den Berg besiegen wollen, kann ich als Trainerin wohl kaum kneifen. Vor allem nicht ohne Argument. Ich war gefangen. Aber oft muss man zu seinem Glück ja gezwungen werden und selten war ich im Ziel eines Laufes so glücklich über's Ankommen, wie heute.

 

Atmosphäre

Schon, dass für den Fockeberglauf eine Online-Anmeldung nicht zwingend erforderlich ist, finde ich tiefenentspannt. Ich war eine Stunde vor Start da, wurde supernett vom Team an den Anmeldelaptops begrüßt, habe eine Startnummer vom Stapel bekommen, musste meine Daten durchgeben und das war's. Die Zeitmessung passiert ebenso pragmatisch. Alle laufen gemeinsam los und beim Zieleinlauf ruft einer die Startnummern, deren Besitzer gerade durch's Ziel gelaufen sind, jemand notiert sie (und irgendwie die dazugehörige Zeit) und fertig. Kein Stress, wunderbar. 

 

Versorgung

Oben Gesagtes lässt sich auf die Verpflegung übertragen. Der Kuchen - und - Würstchen - Stand (die Kombi!) war schon vor dem Start aufgebaut und bestückt, Preisschilder gab es nicht, jeder zahlt, was er möchte. Die meisten Kuchenprodukte (es gab auch Muffins und sowas) waren entweder vegan und/oder zucker- und mehlfrei. Wunderbar! Isodrinks und Wasser wurden im Ziel natürlich auch noch gereicht, sodass sich auch hier wieder mein Rundum-zufrieden-Gefühl eingestellt hat.

 

Lauferlebnis und Fazit

Drei Mal muss man als Teilnehmer des Fitnesslaufes (solche waren alle Laufmamas!) hoch auf den Berg und wieder runter, sechs mal für den Hauptlauf. Drei Mal laufe ich auch im Training immer hoch und runter und das schwierigste ist die zweite Bergaufstrecke für mich. Diesmal hätte ich fast aufgegeben. Ich hab schon immer mal bei Läufen ans Aufgeben gedacht, am stärksten vielleicht bei meinem ersten Marathon (bergig, brütende Hitze!), heute war der Wunsch wieder richtig stark. Eigentlich war es kein Wunsch mehr, sondern ein Entschluss. Oben auf dem Berg konnte ich kaum aufgeben, runter musste ich auf alle Fälle; Wasser, Auto und trostspendende Lieblingsmenschen waren ja am Fuße des teuflischen Berges. Traurig und langsam bin ich runter getrottelt und unten angekommen hat mich dann (natürlich) dieses Jetzt-musst-Du-nur-noch-ein-Mal-hoch-Gefühl eingelullt (und ein Mal ist schließlich kein Mal!), sodass ich dann doch nochmal hochgelaufen bin. Und dann auch nochmal runter. Plötzlich war ich im Ziel. Als dritte in meiner Altersklasse, yeahr!! 

Fotos: Kai Niemann

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Kommentare: 2
  • #1

    Jenny (Sonntag, 05 November 2017 06:54)

    Richtig richtig stark das du doch noch ein drittes Mal hoch bist, Chapeau!!! Einen Berglauf stelle ich mir richtig hart vor!

    Liebe Grüße
    Jenny

  • #2

    Thea (Sonntag, 05 November 2017 18:12)

    Diese "Schweinehund-Überwindung"..... Am Ende bist du stolz und glücklich, aber dazwischen? Ich erinnere mich gut an meine Sport-Hoch-Zeiten...