Mein Weg zurück zum Sport - Monat 3 und 4 postpartum oder der geheimnisvolle Beckenboden

Nachdem ich ja in Woche vier nach der Geburt dachte, lauftechnisch loslegen zu können (und das auch gemacht habe) und mich in Monat zwei postpartum dann fast komplett ausgebremst habe, waren die letzten acht Wochen von einer großen Unsicherheit geprägt. Die bezog sich fast ausschließlich auf's Laufen. Alle anderen Sportarten, die ich so betreibe (vor allem Krafttraining, Schwimmen und Radfahren), wurden mir bald wieder erlaubt. Einzig über das Training der geraden Bauchmuskeln im Kraftsport gab es unterschiedliche Aussagen, aber spätestens seit wir im Rückbildungskurs entsprechende Übungen machen, sind meine Sorgen darüber verflogen. 

 

Ganz verwirrend sind aber alle verfügbaren Infos über den Wiedereinstieg in den Laufsport nach einer Geburt. Diese Verwirrung betrifft sowohl die Aussagen "echter" Menschen, also meiner Ärztin, Physiotherapeutin, Hebamme und Trainerin im Studio, als auch die im Internet verfügbaren. Ich war (und bin) hin- und hergerissen zwischen der Vernunft in Gestalt des Engelchens auf meiner einen Schulter und des Teufelchens in Laufsachen auf der anderen.

In Monat drei bin ich vor lauter Unsicherheit fast gar nicht laufen gewesen. Dann habe ich von allen Aussagen, die ich so gefunden habe, die meiner Physiotherapeutin umgesetzt: Sie hat mir geraten, das Lauftraining mit langsamen und vor allem in Intervalle gegliederten Einheiten, zu beginnen und dabei den Beckenboden anzuspannen. Die Intervalle sollten dabei jeweils nicht länger als 3 bis 5 Min. sein. Ich entschied mich für 500m-Intervalle, für die ich - wenn ich ganz langsam laufe - dreieinhalb Minuten benötige. Je nach Tagesform habe ich davon sechs bis acht absolviert, sodass ich am Ende drei bis vier Kilometer im wahrsten Sinne auf der Uhr hatte. (Alles unter drei km fühlt sich für mich irgendwie nicht nach einem echten Lauf an.)

Das hat mir geholfen meine Laufsehnsucht etwas zu stillen.

Heute - pünktlich zu Beginn des fünften Monats meines Lebens als Mama - hat meine Frauenärztin auf einmal das Laufen wieder vollständig erlaubt. Ohne Einschränkungen. Nach dem Termin musste ich direkt loslaufen. 6km ohne Pause (nur eine kurze an einer Ampel). War das schön! Heute hatte das Teufelchen die Zügel fest in der Hand.

Künftig werde ich aber solche für mich aktuell schon "längeren" Läufe auch noch weiterhin mit den langsamen Intervallläufen abwechseln.

Better safe than sorry.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Sweat_is_my_fairydust (Dienstag, 09 Mai 2017 15:11)

    Ich finde das auch so schwierig einzuschätzen, wann eine Frau nach einer Geburt wieder mit dem Laufen anfangen kann. Wahrscheinlich gibt es keine generelle Empfehlung, sondern jede Frau muss das ganz individuell für sich entscheiden.
    Ich freue mich jedenfalls sehr für Dich, dass Du wieder laufen kannst. Jetzt einen Schritt nach dem anderen und dann passt das sicher!

  • #2

    Antje (Dienstag, 09 Mai 2017 16:54)

    Jaa so ein offizielles Lauf-OK ist sicher sehr befreiend. Ich stell es mir jedenfalls genau so vor, wie als dürfte man endlich von der Leine, obwohl ja eh keiner von außen rein gucken kann. Irgendwie verunsichern diese tausend verschiedenen Empfehlungen total. Und dann diese Widersinnigkeiten. Da wird empfohlen dass man nach(!) der Rückbildungsphase wieder mit walken anfangen "darf", aber straff spazierengehen ist vorher natürlich schon erlaubt. Hä?! Aber eines weiß ich: Laufen fetzt und ich freu mich schon auf die ersten Läufe als Mama :)

  • #3

    Jenny (Montag, 15 Mai 2017 14:47)

    Also von dem Lauf-Go träume ich noch...aber jetzt starten wir erstmal mit dem Rückbildungskurs am Mittwoch. Darauf bin ich schon sehr gespannt, denn ich bin auch total verunsichert welche Übungen ich überhaupt machen darf und welche nicht...danke Beckenboden ;-)

    Liebe grüße
    Jenny