ACHT WOCHEN BABY UND MEIN WEG ZURÜCK ZUM SPORT - TEIL 2

Zu viel zu schnell zu wollen ist eine meiner Schwächen. In der Schwangerschaft konnte ich mich gut zusammenreißen, denn jede sportliche Übertreibung hätte das Baby gefährdet. Zusammenreißen ist sogar das falsche Wort, denn ich hatte während meiner Schwangerschaft nicht mal diesen Drang schneller oder weiter laufen oder häufiger trainieren zu wollen. Wäre schon gewesen, wenn ich mir diese neu erlernte Fähigkeit bewahrt hätte. Habe ich nicht.

Nach Rücksprache mit meiner Hebamme habe ich das Lauftraining 3 Wochen und 3 Tage postpartum wieder aufgenommen (siehe mein letzter Post in dieser Rubrik). Leider bin ich von Anfang an zu schnell gelaufen, habe zu wenige Pausen gemacht und habe die Umfänge zu schnell gesteigert. Grund dafür, dass mir sowas immer wieder passiert ist, dass mir mein Training gar nicht so umfangreich vorkam. Schnell war ich sowieso nie wirklich. Und die 2,5km die ich beim ersten Mal nach der Geburt gelaufen bin, sind ja auch quasi nichts. Und weil 2,5km laufen auch nur eine Viertelstunde dauert, habe ich das dann einfach aller zwei Tage gemacht. Das war zu oft, wie sich herausgestellt hat, denn mein nach der Geburt schon wieder recht fester Beckenboden war direkt wieder weicher geworden. 

Seit dem habe ich das Lauftraining erstmal eingestellt und das Beckenbodentraining intensiviert. Neben einem gezielten Beckenbodenprogramm zu Hause, bin ich zum ersten Mal wieder Schwimmen gewesen und war im Gym. In meinem Studio wird nämlich Kinderbetreuung für Babies ab 6 Wochen ohne Aufpreis angeboten!! Ein für mich unbezahlbarer Bestandteil der Mitgliedschaft. Gestern habe ich dort mit einer auf postpartales Training spezialisierten Trainerin gesprochen und mich nochmal beraten lassen. Sie hat mir einen kleinen, langsamen und kurzen Lauf pro Woche empfohlen. Das Lauftraining ganz aussetzen müsse ich wohl nicht mehr. Da ich neue Laufschuhe habe, die auf der Straße ausprobiert werden wollen, werde ich heute mal einen kleinen Lauf wagen. Klein, langsam und kurz. Sollte sich der aber wieder negativ auf meinen Beckenboden auswirken, werde ich weiter aussetzen. Versprochen!

Ansonsten fokussiere ich mich erstmal auf den Wiederaufbau meiner Muskulatur. Da ist in der Schwangerschaft ganz schön was verloren gegangen. Vor allem Rücken und Arme haben gelitten. Ich habe das Gefühl mein Bizeps und Trizeps sind nicht mehr vorhanden. Ein weiterer Bestandteil ist das Stabitraining. Meine rectus diastase (der schwangerschaftsbedingte Spalt zwischen den Strängen der geraden Bauchmuskulatur) ist zwar verschwunden, trotzdem meide ich Crunches usw. noch ein wenig und trainiere schwerpunktmäßig die seitliche und schräge Bauchmuskulatur.

Ich bin fest entschlossen, mein Zu - schnell - zu - viel - Wollen einzuschränken und mich zu bessern. Trotzdem pocht mein Läuferherz laut in mir. Gestern habe ich Freistartplätze für den Sportscheck Stadtlauf in Leipzig und Dresden zugeschickt bekommen. Ich hoffe hoffe hoffe, dass ich dann wieder so viel laufen darf, dass ich teilnehmen kann. Aber: Beckenboden first!!

 

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