DIE LETZTEN WERDEN DIE ERSTEN SEIN

Heute durfte ich eine ganz besondere Erfahrung machen. Obwohl ich mit dem Babymädchen in meinem Bauch den Leipzig Halbmarathon am Völkerschlachtdenkmal nicht selber mitlaufen durfte, wollte ich gerne dabei sein. Ich liebe die Stimmung bei Wettkämpfen, im Start- und Zielbereich, aber auch auf der Strecke. Im Orgateam gibt es immer viele tolle Positionen für freiwillige Helfer, aber eine der schönsten wurde letzte Woche bei Facebook ausgeschrieben: Es wurde noch jemand gesucht, der die Führungs- bzw. Schlussfahrrad fährt. Ich habe mich beworben und durfte heute das Schlussfahrrad des 10km-Wettkampfes fahren. Das war so so schön, fast so schön wie selbst mitlaufen. Naja fast. Selber mitlaufen ist schöner, aber danach kommt direkt das Fahren des Schlussrades. Das Schlussrad darf keinesfalls mit einem klassischen "Besenwagen" verwechselt werden, der Läufer "einsammelt", die hinter einer bestimmten hochgerechneten Zielzeit zurück bleiben und deshalb aus dem Rennen genommen werden. Das Schlussfahrrad begleitet den/die letzte/n Läufer/in, der/die noch läuft, egal bei welchem Tempo. 

Schon nach etwa einem Kilometer hatte Lavinia aus der Nähe von Potsdam diese schwierige Position inne und ich durfte sie begleiten, motivieren, beruhigen, ablenken und den triumphalen Moment ihres ersten 10km-Finishes mit ihr teilen. Dieser Moment war einfach unbezahlbar!!
Lavinias erste Amtshandlung im Ziel war, dass sie mir eine große echte Umarmung geschenkt hat. Dabei hab ich gar nichts gemacht, Du hast die Arbeit gemacht und die Strecke laufend absolviert, Liebes!!
Tausend Dank auch an die ganzen lieben Halbmarathonläufer, die uns irgendwann auf der Strecke überholt haben und sich trotzdem die Zeit genommen haben, was Nettes zu sagen und Lavinia anzufeuern. Und für ganz viele nette Leute an der Strecke gilt das Gleiche.
Für diesen Support und diesen Zusammenhalt liebe ich die Läufergemeinde.